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Raserprozess in Deggendorf: Gericht besichtigt kurvige Strecke | BR24

© BR / Renate Roßberger

Am ersten Tag des Raserprozesses hat das Landgericht Deggendorf die kurvige Raserstrecke am Kalteck besichtigt. Bei dem mutmaßlichen Rennen vor mehr als einem Jahr kam ein unbeteiligter Familienvater ums Leben.

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Raserprozess in Deggendorf: Gericht besichtigt kurvige Strecke

Am ersten Tag des Raserprozesses hat das Landgericht Deggendorf die kurvige Strecke am Kalteck besichtigt. Bei dem mutmaßlichen Rennen vor mehr als einem Jahr kam ein unbeteiligter Familienvater ums Leben.

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Zum Auftakt des Prozesses um einen tödlichen Raserunfall im Bayerischen Wald hat das Landgericht Deggendorf die kurvige Strecke am Kalteck besichtigt. Hier hat sich vor einem Jahr ein schwerer Unfall ereignet, bei dem ein 38-jähriger Familienvater ums Leben kam. Sein zehnjähriger Sohn wurde schwer verletzt.

Polizeibeamter schildert Hergang des mutmaßlichen Rennens

Ein Polizeibeamter, der die Ermittlungen in diesem Fall geführt hatte, stellte die Aussagen von vernommenen Zeugen bildlich vor Ort dar und schilderte an einzelnen Stellen der Hergang des mutmaßlichen Rennens. Insgesamt elf Stellen hat das Gericht besichtigt.

Treffen sei über WhatsApp vereinbart worden

Startpunkt des vermeintlich illegalen Rennens war demnach ein Parkplatz, vier Kilometer vor Kalteck. Hier sollen sich der 28-jährige Autofahrer und der 54-jährige Motorradfahrer getroffen und die Fahrt gestartet haben – über WhatsApp haben die beiden Männer das Treffen vereinbart, so der Polizist. Der beteiligte Audi habe 400 PS, das Motorrad 185 PS.

© BR

Die kurvige Kalteck-Strecke im Bayerischen Wald ist ein bekannter Treff für Raser.

Augenzeugen konnten das mutmaßliche Rennen beobachten

Bei Kracklwies gab es nach Aussagen des Polizeibeamten einen wichtigen Augenzeugen, der von seinem Anwesen von der Terrasse aus das mutmaßliche Rennen beobachten konnte. Wie der Polizist vor Ort sagte, sei der Motorradfahrer nach Angaben des Zeugen für seine Fahrweise in der Gegend bekannt gewesen – er soll sich wie ein Rennfahrer in die Kurven gelegt haben.

Riskante Überholmanöver

Immer wieder sprach der Polizist von riskanten Überholmanövern, die Zeugenaussagen bestätigten. Bei einem Hotel, das direkt an der Straße liegt, habe damals der Koch das Rennen zunächst aus dem Fenster beobachten können – auch Hotelgäste hätten von der Terrasse und der Minigolfanlage aus den Audifahrer und den Motorradfahrer gesehen.

Kurz vor dem Ortsschild Landkreis Regen seien die beiden Fahrer den Berg hinunter gefahren – laut Zeugen hätte keine Handbreit mehr zwischen dem Audi und dem Auto der Zeugen gepasst, sie mussten ins Bankett ausweichen, sonst hätte es schon hier einen Unfall gegeben, wie der Polizist berichtet.

© BR / Renate Roßberger

An der Unfallstelle erinnert ein Kreuz an den verstorbenen Familienvater (Archivbild)

Fünf weitere Verhandlungstermine

An der Unfallstelle, an der der 38-jährige Familienvater starb, stehen heute noch gelbe Straßenmarkierungen und ein Kreuz mit dem Foto des verstorbenen Mannes mit Kerzen. Der Mann war dem Duo entgegengekommen, als der 28-jährige Fahrer des Audi gerade die Kontrolle über seinen Wagen verloren hatte. Die beiden Autos kollidierten, der 38-Jährige kam von der Straße ab und starb noch am Unglücksort. Die beiden Angeklagten zeigten vor dem Landgericht Deggendorf Reue. Es sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt. Insgesamt sollen mehr als 40 Zeugen und Sachverständige gehört werden. Das Urteil wird am 15. November erwartet.

© BR / Harald Mitterer

Vor dem Landgericht Deggendorf hat der Prozess um den "Raserunfall vom Kalteck" begonnen. Dabei war letztes Jahr im Juli ein Familienvater gestorben, sein Sohn war schwer verletzt worden.