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Raser-Prozess Kalteck: Aufprall mit 106 km/h? | BR24

© BR/Sarah Beham

Die beiden Angeklagten mit ihren Verteidigern am Landgericht Deggendorf

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    Raser-Prozess Kalteck: Aufprall mit 106 km/h?

    Fortsetzung im Raser-Prozess von Kalteck: Auf einer kurvigen Bergstrecke soll der angeklagte Audifahrer mit 106 km/h unterwegs gewesen sein. Inzwischen hat Audi die Daten seines Wagens ausgewertet, ein externer Sachverständiger zweifelt am Ergebnis.

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    Schon seit knapp einem Monat müssen sich ein 28-jähriger Audifahrer und 54-jähriger Motorradfahrer wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls im vergangenen Sommer vor dem Landgericht Deggendorf verantworten. Sie sollen auf der Kalteck-Strecke im Bayerischen Wald ein illegales Rennen gefahren sein. In der Folge prallte der Audi mit einem Opel zusammen. Am Montag ging es um die Geschwindigkeiten der Unfallfahrzeuge.

    Daten des Motorsteuergeräts nicht verifizierbar

    Dafür hat Audi das Motorsteuergerät ausgewertet. Das Ergebnis: Beim Aufprall soll der Unfallverursacher mindestens 106 Stundenkilometer schnell gewesen sein.

    Ein unabhängiger KfZ-Sachverständiger, der am Montag vor Gericht erschien, hat sich die Auswertung von Audi näher angesehen. Er äußerte Zweifel - Daten des Motorsteuergeräts seien bisher nicht verifizierbar. Der Sachverständige selbst konnte keine genaue Geschwindigkeit für den Aufprall berechnen, er stellte einen Geschwindigkeitsbereich auf: Demnach soll der Audifahrer mit einer Geschwindigkeit zwischen 88 und 109 Stundenkilometern in den Opel geprallt sein.

    Audifahrer mit rund 150 Stundenkilometern unterwegs

    Wie es heißt, habe der Audifahrer noch gebremst, bevor er mit dem Opel zusammenstieß. Davor war er laut Sachverständiger zwischen 126 und 149 Stundenkilometern auf der kurvigen Bergstrecke unterwegs. Auf der Strecke sind höchstens 100 Stundenkilometer erlaubt.

    Tödlicher Unfall im Bayerischen Wald

    Beim illegalen Wettrennen hatte der Fahrer des Audi-Sportwagens die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in ein entgegenkommendes Auto geprallt. Dessen Fahrer starb noch an der Unfallstelle, sein zehn Jahre alter Sohn überlebt knapp. Er leidet an den Folgen des schweren Unfalls. Ein Urteil wird Mitte November erwartet.