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Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister, stellt bei einem Medientermin am Rangierbahnhof München-Nord den "Digitalen Rangierbahnhof" vor.

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    Rangierbahnhof München soll Güter doppelt so schnell umsetzen

    Damit der Warenverkehr umweltfreundlicher wird, sollen mehr Güter auf die Schiene. Um täglich 1.200 Waggons doppelt so schnell zusammenzustellen, wird der Rangierbahnhof München-Nord digitalisiert. Verkehrsminister Scheuer gab heute den Startschuss.

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    Von
    • Anton Rauch

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, CSU, und Bahnvorstandsmitglied Sigrid Nikutta haben am Montagnachmittag den offiziellen Startschuss für das Pilotprojekt "Digitaler Rangierbahnhof München-Nord" gegeben.

    Durch Digitaltechnik sollen Güterzüge schneller zusammengestellt werden können. Heute werden täglich durchschnittlich rund 1.200 Einzelwagen am Rangierbahnhof zu Güterzügen zusammengestellt. Das könnte über Digitalisierung in der halben Zeit gehen, so die Bahn.

    Dazu dienen unter anderem eine intelligente Kamerabrücke, eine automatisierte Bremsprobe und Maßnahmen wie die "Digitale Automatische Kupplung" für Güterzüge. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt dieses Projekt mit 13 Millionen Euro. Minister Scheuer unterstrich die wichtige Rolle der Bahn und des Güterverkehrs auf der Schiene beim Klimaschutz.

    Anteil der Schiene soll sich bis 2030 fast verdoppeln

    Insgesamt will die Bahn in den nächsten neun Jahren 30 Millionen LKW durch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ersetzen. Dadurch sollen zehn Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Derzeit werden 70 Prozent der Güter in Deutschland auf der Straße transportiert, nur 18 Prozent auf der Schiene. Bis 2030 will die Bahn den Anteil der Schiene auf 25 Prozent erhöhen. Dazu soll der Güterumschlag in München deutlich erhöht werden. Bahnvorständin Sigrid Nikutta stellte die wichtige Rolle des Bahnknotens Münchens für den internationalen Güterverkehr auf der Nord-Südachse und der Ost-Westachse in Europa heraus.

    Erprobungsfeld für ferngesteuerte Rangierlocks

    Heute sind am Rangierbahnhof München Nord 200 Mitarbeiter beschäftigt. Das Kuppeln ist körperlich anstrengend. Die Arbeiter müssen die etwa 20 Kilo schweren Kupplungen bei jedem Wetter per Hand verbinden. Computer und Sensoren sollen künftig die Arbeit von Lokführern und Rangiermeistern übernehmen. Schon in wenigen Jahren könnte es Alltag sein, dass ferngesteuerte Rangierloks die Waggons aufs richtige Gleis schieben.

    DB Cargo plant viele neue Stellen

    Auch die Gewerkschaft unterstützt die Digitalisierung, so Paul Eichinger von der Eisenbahn-und Verkehrs-Gewerkschaft EVG, auf BR-Anfrage. Die EVG fordere schon lange, im Bereich der Digitalisierung aufzuholen. Nur so sei der Zuwachs im Güterverkehr zu bewältigen, entscheidend dabei sei, dass die Beschäftigten mitgenommen und qualifiziert werden. Laut Ralf-Günther Kloß, bei DB Cargo für Produktion zuständig, plant sein Bereich dieses Jahr bundesweit 1.500 Mitarbeiter einzustellen.

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