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Ranger fürchten Ansturm auf Naturparks | BR24

© BR/Michaela Neukirch

Die vergangenen Wochen haben das Bedürfnis, die Natur zu genießen, immer stärker werden lassen. So sind aktuell viele Ausflügler unterwegs, was sich besonders in den Bergen bemerkbar macht. Doch auch hier gilt: Abstand wahren.

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Ranger fürchten Ansturm auf Naturparks

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen wollen viele Menschen raus in die Natur. Die Ranger fürchten, dass an Pfingsten Wanderwege und Berge förmlich überrannt werden könnten.

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"Ich habe die Berge schon sehr vermisst", sagt eine Wanderin, die sich in diesen Tagen am Eingang zum Ostertal, kurz hinter Gunzesried auf den Weg gemacht hat. Und so wie ihr geht es offenbar vielen Menschen nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen: Sie wollen in die Natur. An der Nagelfluhkette bei Immenstadt im Oberallgäu setzen Ranger statt auf Verbote auf die Einsicht der Besucher.

Ansturm auf die Nagelfluhkette könnte noch größer werden

"Die letzten Tage war extrem viel los bei uns im Naturpark, es waren sehr viele Gäste da, die Parkplätze waren voll. Im Gebiet, auf den Wanderwegen, waren überall sehr viele Leute unterwegs", sagt Naturpark-Ranger Max Löther. Seine Sorge ist, dass es irgendwann einfach zu viele sind und die Natur darunter leidet. Deshalb haben sie hier jetzt noch einmal alle Schilder aktualisiert, darauf geachtet, dass alle Schutzzonen eingezeichnet sind – und Routen, die im Internet kursieren, nicht durch empfindliche Gebiete führen.

Je mehr Besucher kommen, desto mehr könnten die Regeln missachten

"Umso mehr Leute da sind, umso mehr Leute könnten sich theoretisch nicht an Regeln halten", sagt Naturpark-Ranger Löther. Und er verweist darauf, dass es immer wieder Konflikte zwischen Mensch und Natur gibt, dass die Wildschutzgebiete und Wildruhezonen nicht eingehalten werden. "Ich würd' mich jetzt einfach freuen, wenn die Leute sich an die Regeln halten und natürlich einfach respektvoll miteinander umgehen – dann denk ich, sollten die nächsten Wochen für alle angenehm werden."

Ranger setzen auf Einsicht, nicht auf Verbotsschilder

Und so hoffen Max Löther und seine Ranger-Kollegen, dass die Besucher auf den Wegen bleiben, vielleicht sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und darauf, dass die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden. Sie setzen auf Einsicht, nicht auf Verbotsschilder. Wie gut das funktioniert, wird sich wohl schon am kommenden Pfingst-Wochenende zeigen. Dann öffnen auch die ersten Bergbahnen wieder und die Berge dürften noch voller werden.