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Randale in Starnberg: Jugendliche wollen Polizeistation stürmen | BR24

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Etwa 50 Jugendliche haben versucht, die Polizeiwache in Starnberg zu stürmen. Sie wollten einen 15-Jährigen befreien, der zuvor auf einer Feier am Gymnasium Starnberg randaliert hatte.

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Randale in Starnberg: Jugendliche wollen Polizeistation stürmen

Etwa 50 Jugendliche haben versucht, die Polizeiwache in Starnberg zu stürmen. Sie wollten einen 15-Jährigen befreien, der zuvor auf einer Feier am Gymnasium Starnberg randaliert hatte. Laut Polizei ist der junge Mann kein Schüler des Gymnasiums.

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Zu der Eskalation auf der Polizeidienststelle kam es am Donnerstagabend, weil die rund 50 Schüler nicht akzeptieren wollten, dass die Polizei den 15-Jährigen in Gewahrsam genommen hatte. Vorausgegangen war, dass die Beamten gegen 21.45 Uhr vom Sicherheitsdienst zu der Schul-Abschlussfeier am Starnberger Gymnasium gerufen wurden, weil der junge Mann dort randalierte – offensichtlich erheblich alkoholisiert. Der Sicherheitsbeamte berichtete, dass der Jugendliche Drogen von ihm wollte.

Jugendliche werfen Fensterscheibe der Polizeiwache ein

Auch gegenüber der Streife zeigte sich der 15-Jährige, der laut Polizei kein Schüler des Gymnasiums in Starnberg ist, uneinsichtig und aggressiv. Weil er die Veranstaltung trotz mehrmaliger Aufforderung nicht verließ und mehrere Platzverweise ignorierte, nahmen ihn die Beamten in Gewahrsam und brachten ihn zur Dienststelle. Dies versuchten einige der Jugendlichen auf der Abschlussfeier mit Gewalt zu verhindern. "Es kam tatsächlich dazu, dass sich zunächst einzelne und dann immer mehr mit diesem 15-Jährigen solidarisierten", sagt Hans Peter Kammerer, Polizeisprecher Oberbayern Nord.

In der Folge zogen rund 100 Teilnehmer der Party vor die Polizeidienststelle, um den Jugendlichen gewaltsam zu befreien. Aus einer Gruppe von rund 50 Personen wurden Flaschen und Steine geworfen. "Das war eine wirklich schlimme Situation", sagt Kammerer.

Derweil ist noch unklar, ob die rund 100 Jugendlichen vor der Polizeidienststelle tatsächlich Schüler des Starnberger Gymnasiums sind. Schulleiter Josef Parsch betont, dass sich seine Schüler komplett von dem distanzieren, was da passiert ist. Ein paar Schüler seien zwar auch draußen vor der Schule gestanden. Diese seien aber nicht weitergezogen zur Polizeiwache.

Polizei muss sogar Verstärkung holen

Dort versuchten mehrere Jugendliche vergeblich, die Eingangstür aufzubrechen und das Polizeischild herunterzureißen. Erst durch ein massives Aufgebot an alarmierten Einsatzkräften aus den umliegenden Polizeidienststellen konnte die Lage beruhigt werden. Insgesamt waren 70 Beamte im Einsatz.

Inzwischen hat die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck die Ermittlungen übernommen. Ein 19-Jähriger wurde vorläufig festgenommen. Nach Identitätsfeststellung und Blutentnahme wurde er wieder entlassen. Dies gilt auch für einen 15-Jährigen. Dieser wurde seinen Eltern übergeben.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruches, der versuchten Gefangenenbefreiung, der versuchten gefährlichen Körperverletzung und des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Schüler wird in Klinik behandelt

Der in Gewahrsam genommene 15-Jährige wurde in eine Klinik gebracht, nachdem er plötzlich über Kopfschmerzen klagte. Derzeit wird er dort stationär behandelt. Ein durchgeführter Alkotest und ein Drogenschnelltest waren positiv.

Polizeisprecher Kammerer betont außerdem, dass "noch sehr sehr viele andere Personalien" sichergestellt wurden. Die weiteren Ermittlungen sollen nun Informationen zum Verlauf des Abends liefern. "Manch einer hat hier unter Umständen auch noch eine Strafanzeige zu erwarten", so Kammerer.

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Etwa 50 Schüler haben am Abend versucht gewaltsam in die Dienststelle der Starnberger Polizei einzudringen, um einen Klassenkameraden aus dem Gewahrsam zu befreien.