Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Randale im Donauwörther Ankerzentrum: Flüchtling sitzt in U-Haft | BR24

© picture-alliance/dpa/Stephan Puchner

Der Eingang der Erstaufnahmeeinrichtung Donauwörth

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Randale im Donauwörther Ankerzentrum: Flüchtling sitzt in U-Haft

Ein junger Nigerianer randaliert im Donauwörther Ankerzentrum und schlägt Autoscheiben ein. Das Video von dem Vorfall geht durchs Netz, die Polizei ermittelt. Der mutmaßliche Täter sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Per Mail sharen

Zwölffache Sachbeschädigung und ein angerichteter Schaden von etwa 50.000 Euro – so lauten die Vorwürfe gegen einen 19-jährigen Nigerianer, der seit heute in Untersuchungshaft sitzt. Am Mittwochmorgen hat er auf dem Gelände des Donauwörther Ankerzentrums mehrere Autos beschädigt. Ein Video von den Geschehnissen ist in den sozialen Medien und um Internet im Umlauf.

Stammt das Video aus dem Ankerzentrum Donauwörth?

Das Video zeigt den 19-jährigen Nigerianer, wie er von Motorhaube zu Motorhaube springt und mit einem dicken Ast die Front- und Heckscheiben der zwölf Autos einschlägt. Die Polizei versucht derzeit herauszufinden, wer dieses Video gedreht und veröffentlicht hat. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord in Augsburg bestätigt, dass es sich um Fahrzeuge von Mitarbeitern des Zentrums handelt, die auf dem Gelände der Unterkunft geparkt waren.

Autos der Mitarbeiter im Ankerzentrum beschädigt

Gefilmt wurde laut Polizei durch ein Fenster eines Gebäudes im Ankerzentrum. Mitarbeiter der im Gebäude neben dem Parkplatz untergebrachten Zentralen Ausländerbehörde hätten sofort den Alarmknopf gedrückt, als sie das Zerbersten der Scheiben hörten – bis einer der Sicherheitsleute vor Ort war, waren bereits alle zwölf abgestellten Autos beschädigt.

Gegenstand der Ermittlungen ist auch, wer von den Sicherheitsleuten vor Ort war. Man müsse auch verstehen, so der Polizeisprecher weiter, dass es für einen Sicherheitsbediensteten allein möglicherweise zu gefährlich gewesen wäre, einzugreifen und dass die Beschädigung doch relativ schnell vonstatten ging.

Flüchtling machte einen verwirrten Eindruck

Wieso der 19-jährige Nigerianer randalierte, ist noch nicht bekannt. Weil er bei seiner Festnahme einen wirren Eindruck machte, war er zunächst für eine ärztliche Begutachtung ins Bezirkskrankenhaus Donauwörth gebracht worden. Nachdem die Ärzte ihn am Donnerstagnachmittag entlassen hatten, wurde er von der Polizei festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Nach Polizeiangaben ist der junge Mann offenbar nicht im Ankerzentrum untergebracht, sondern in einer Dependance im Landkreis Augsburg. Bis zum April war der 19-Jährige laut der Regierung von Schwaben im Ankerzentrum Donauwörth untergebracht – warum er jetzt vor Ort war und wie er unbemerkt auf das Gelände kommen konnte, muss noch geklärt werden.

Video wird tausendfach geteilt

Das Video kursiert in den sozialen Medien und wird tausendfach geteilt und kommentiert. Ein Teil dieser Kommentare sei "strafrechtlich relevant", so der Polizeisprecher. Hierzu ermittle die Kriminalpolizei Augsburg. Das Internet und soziale Medien seien kein rechtsfreier Raum, betont Michael Jakob, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben/Nord.

Laut Frank Kurtenbach von der Regierung von Schwaben sei es prinzipiell sinnvoll, dass dieses Video gedreht wurde - etwa für die Versicherungen und die Polizei, der das Video auch zugeschickt wurde. Grundsätzlich sei es aber die Maßgabe der Behörde, dass solche Dinge intern bleiben.

© BR

Ein junger Nigerianer randaliert im Donauwörther Ankerzentrum, schlägt Autoscheiben ein und richtet Schaden an. Von dem Vorfall ist ein Video in den sozialen Medien im Umlauf. Die Polizei ermittelt jetzt, wer es gedreht hat.