Symbolbild: Zwei muslimische Frauen warten auf das Fastenbrechen
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Symbolbild: Zwei Frauen warten auf das Fastenbrechen. Nach der Corona-Pandemie können Gläubige zum Fastenbrechen in den Moscheen zusammenkommen.

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Ramadan nach Corona: So feiern muslimische Gemeinden in Franken

Der muslimische Fastenmonat Ramadan startet heute Abend mit einem traditionellen Gebet. Nach der Corona-Pandemie können nun die Muslime wieder gemeinsam in den Moscheen das Fasten brechen. Einige türkische Gemeinden wollen dennoch darauf verzichten.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Mit dem traditionellen Tarawih-Gebet heute Abend startet der Fastenmonat Ramadan auch in Franken. Ab Donnerstag fasten dann gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Nach der Corona-Pandemie kann das Fastenbrechen wieder gemeinsam in den Moscheen stattfinden.

Während Corona hatte Gemeinschaft gefehlt

Die Vorfreude sei groß, sagt etwa Duaa Abu El-Qomsan, Vorsitzende der islamischen Gemeinde Erlangen. "Wir werden jeden Abend in der Moschee gemeinsam Fasten brechen", so Abu El-Qomsan. Während der Corona-Zeit hat die Gemeinde das Essen zum Fastenbrechen to go angeboten, aber das sei nicht dasselbe, die Gemeinschaft habe gefehlt. Bis zu 100 Gläubige erwartet die islamische Gemeinde Erlangen wieder jeden Abend zum Fastenbrechen – dem sogenannten Iftar.

Ramadan nach den Erdbeben

Stiller geht es bei vielen türkischen Gemeinden in diesem Jahr zu. Die Mevlana Moschee in Fürth werde heuer auf das gemeinsame Fastenbrechen und auf größere Feste verzichten, sagt der Vorstand Refet Avcı. Nach dem verheerenden Erdbeben im Südosten der Türkei, will die Gemeinde so viele Spenden wie möglich sammeln und in die betroffenen Gebiete schicken. Die Erdbeben seien eine riesige Katastrophe, sagt Avcı, der selbst aus der Region stammt.

Beten für die Opfer des Erdbebens

Anfang Februar hatten zwei starke Beben den Südosten der Türkei und den Norden Syriens erschüttert. Fast 57.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden obdachlos. Andere türkische Gemeinden in der Region, wie zum Beispiel die Eyüp Sultan Moschee in Nürnberg, werden ihr Angebot rund um das Fastenbrechen ebenfalls verringern. Aufgrund der Erdbeben werde es nicht jeden Tag ein gemeinsames Fastenbrechen geben, sagt Vorstand Hasan Aslan.

Vor der Corona-Pandemie habe die Gemeinde sonst 800 bis 1.000 Essen jeden Abend an die Gläubigen ausgegeben. In den täglichen Gebeten werde an die Oper gedacht, so Aslan. Dies sei auch der islamischen Gemeinde in Erlangen, deren Mitglieder Wurzeln in der ganzen Welt haben, wichtig, betont die Vorsitzende Duaa Abu El-Qomsan.

Verzicht auf Essen, Trinken und andere Genussmittel

In diesem Jahr verzichten Muslime bis zum 21. April von der Morgendämmerung bis zur Abenddämmerung auf Essen, Trinken und andere Genussmittel. Am Abend wird zusammen das Fastenbrechen begangen. Dabei werden zuerst Datteln mit Wasser oder Milch gereicht. Vom Fasten befreit sind Kinder, Schwangere und Menschen, die harter körperlicher Arbeit nachgehen.

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