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Wegen einer beschränkten Besucherzahl bieten Moscheen in Deutschland zum Ende des Fastenmonat Ramadan mehrere Gebete an.

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Muslimischer Fastenmonat Ramadan endet heute mit Zuckerfest

Nach einem Monat Fasten, von der Morgen- bis zur Abenddämmerung, endet für 1,5 Milliarden Muslime weltweit der Ramadan. Normalerweise besuchen sich Familien und Freunde gegenseitig und feiern drei Tage lang - wegen Corona ist das nicht möglich.

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Von
  • Barbara Schneider
  • Andrea Neumeier

Der islamische Fastenmonat Ramadan endete am Mittwochabend mit dem Fest des Fastenbrechens. Es wird auch Zuckerfest genannt, weil Kinder mit Süßigkeiten beschenkt werden. Drei Tage lang wird gemeinsam gegessen und gebetet, Familienmitglieder und Freunde besuchen sich und beschenken Kinder. Coronabedingt sind jedoch im zweiten Jahr in Folge keine größeren Zusammentreffen für die gut vier Millionen Muslime in Deutschland möglich.

Weltweit feiern 1,5 Milliarden Muslime das Zuckerfest

Das Zuckerfest ist weltweit für etwa 1,5 Milliarden Muslime neben dem Opferfest die wichtigste religiöse Feier. Fastende verzichten während des Ramadan von der Morgen- bis zur Abenddämmerung auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. In diesem Jahr dauerte der Ramadan vom 12. April bis zum 12. Mai. Das Zuckerfest wird bis Samstag, 15. Mai gefeiert.

Wegen der Corona-Pandemie war im Fastenmonat in diesem Jahr vieles anders. Aufgrund von nächtlichen Ausgangsbeschränkungen fielen die traditionellen Nachtgebete in Bayern vielerorts aus. Obwohl es für Religionsgemeinschaften Ausnahmen gab, hat der Zentralrat der Muslime dazu aufgerufen, darauf zu verzichten. Stattdessen wurde empfohlen, das Nachtgebet zu Hause zu verrichten. Daran hielten sich viele Gemeinden. Die Besucherzahlen für die Gebete in den Moscheen sind nach wie vor beschränkt, hier gelten Abstands- und Hygieneregeln. Viele Moscheen bieten daher im Ramadan mehr Gebete als sonst an.

Beschränkte Besucherzahl: Moscheen bieten mehr Gebete an

"Es war nicht angebracht, die Großeltern zu besuchen oder die Tanten, die Onkel zu besuchen, so dass eigentlich nur die Kleinfamilie zuhause das Fastenbrechen gemacht hat," sagte Aykan Inan, stellvertretender Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion in Südbayern.

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, rief in einem Interview am Sonntag in der FAS Muslime auf, sich baldmöglichst impfen zu lassen: "Das Impfen lässt sich sehr gut mit dem Islam vereinbaren. So hat der Prophet einmal gesagt: 'Für jede Krankheit gibt es eine Arznei, die Allah erschaffen hat.'"

Bundespräsident Steinmeier spricht gute Wünsche aus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Muslimen seine guten Wünsche zum Fest des Fastenbrechens übermittelt. In einer Videobotschaft sagte er: "Es ist bitter, dass dieses Miteinander zum Ende des Ramadan nun das zweite Jahr in Folge nur unter Einschränkungen möglich ist, die uns die Pandemie auferlegt." Er hoffe, dass die gemeinsam durchlittene Zeit der Pandemie die Religionsgemeinschaften und auch die vielen Menschen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen, in Deutschland einander näher bringe.

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Im Zeichen von Corona feiern Muslime heute das Ende des Fastenmonats Ramadan. In Indonesien durften nur Moscheen in Regionen öffnen, die nicht als Risikogebiete gelten. Indonesien ist das Land mit dem weltweit größten muslimischen Bevölkerungsanteil.

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