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Ramadan in Nürnberg: Digitale Botschaften an die Gläubigen | BR24

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Normalerweise treffen sich gläubige Muslime im Fastenmonat Ramadan regelmäßig zum Fastenbrechen. Um die Gläubigen dennoch zu verbinden, setzt die Nürnberger Eyüp-Sultan-Moschee auf das Internet.

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Ramadan in Nürnberg: Digitale Botschaften an die Gläubigen

Der Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Dazu kommen normalerweise viele Menschen in Moscheen zusammen – eigentlich auch in der aktuell geschlossenen Nürnberger Eyüp-Sultan-Moschee. Die Imame wollen die Gläubigen jetzt übers Internet erreichen.

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Seit Freitag fasten Muslime vier Wochen lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Zum täglichen Gebet und Fastenbrechen kommen in Moscheen normalerweise hunderte, gar tausende Menschen zusammen. Doch wegen der Corona-Krise haben die Moscheen geschlossen.

Freitagspredigt per Stream

Die beiden Imame der Nürnberger Eyüp-Sultan-Moschee, Ergün Çelik und Süleyman Soyal, wollen die Gläubigen dennoch erreichen – übers Internet. Die Freitagspredigt streamen sie live auf Facebook und Youtube, genauso wie die täglichen Koranrezitationen im Fastenmonat Ramadan. "Auch wenn die Gläubigen nicht in die Moschee kommen können, mit ein paar Klicks können sie uns von daheim aus wenigstens zuhören", sagt Süleyman Soyal.

Beten mit Mindestabstand?

Es sind schwierige Zeiten für die Gläubigen, so Soyal. "Wir fühlen uns demotiviert, weil wir den Zusammenhalt und die Gemeinschaft nicht mehr haben", sagt der Imam. Auch wenn Lockerungen für Moscheen noch während des Ramadans kommen sollten, weiß der Imam nicht, wie sie den Abstand von eineinhalb Metern einhalten sollten. Der Platz fehle in der Moschee und jemanden deswegen wieder wegzuschicken, sei undenkbar.

"Im Herzen verbunden"

Auch die Begegnungsstube Medina versucht, die Menschen im Ramadan übers Internet zusammen zu bringen. So plant der Verein zum Fastenbrechen, Konferenzschalten zu starten. Der Link wird auf der Website der Begegnungsstube veröffentlicht. Jeder der möchte, kann sich zuschalten, sagt der Sprecher Ali-Nihat Koç. Normalerweise laden muslimische Familien jeden Tag ihre Angehörigen, Freunde und Nachbarn zum gemeinsamen Fastenbrechen ein. Das entfällt in diesem Jahr. "Wir sind zwar nicht zusammen, aber wir sind doch im Herzen verbunden", sagt Koç.

Bereits seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen geht der Verein zudem für ältere Menschen und Bedürftige Einkaufen und bringt ihnen ein warmes Essen vorbei, das von einem Restaurant gespendet wird. Mittlerweile versorgen die Mitglieder des Vereins rund 100 Menschen in Nürnberg.

© BR / Tina Wenzel

Der Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Wegen der Corona-Krise haben aber die Moscheen geschlossen. Auch im Privaten kann man Freunde und Familienangehörige nicht treffen. Moscheen und Vereine nutzen deswegen verstärkt das Internet.

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