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Bildrechte: picture alliance/dpa | Guido Kirchner

Sicher in die neue Fahrrad-Saison

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Räder und Ersatzteile ausverkauft: Das steckt hinter dem Boom

Egal ob E-Bike, Mountainbike, Kinderrad oder nur Ersatzteil: Fast alles ist ausverkauft. Gründe sind der weltweite Rad-Boom und die Lieferwege aus Asien. Viele greifen deshalb zu einem gebrauchten Rad. Doch auch hier sollte man einiges beachten.

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Von
  • Andreas Herz

"Wir warten bis ins Unendliche", sagt Werner Pfundmeir, der in Friedberg ein Rad-Geschäft betreibt. Er ist ein kleiner Teil im weltweiten Kampf ums Zweirad: "Es ist egal, ob Kinderrad, Laufrad oder E-Bike, sie müssen immer warten. Ein Teil der Osterware, die wir voriges Jahr bestellt haben, kommt gar nicht mehr. Und es kommt des Öfteren vor, dass Kalenderwoche 50 oder 52 angegeben wird, also Weihnachten. Das ist schon ein bisschen frustrierend."

Weltweiter Fahrrad-Boom

Wegen der Pandemie boomt beim Rad derzeit weltweit eine Nachfrage, die den Händlern aber nur bedingt nutzt. Denn es sind vor allem die hohen Lieferkosten, die die Preise nach oben treiben. "Fast alle Teile kommen aus Asien", erklärt Pfundmeir. Doch die nötigen Container stünden derzeit nicht zur Verfügung: "Die Nachfrage ist abartig gestiegen, der Container-Preis ist um das acht- bis zehnfache gestiegen. Das ist schon heftig", so Pfundmeir.

"Nicht mal Amazon Prime kann liefern"

Gestiegene Preise, längere Wartezeiten: Werner Pfundmeier muss um Verständnis bitten. Zum Beispiel die Kundin, die vorhin eine spezielle Schaltung bestellen wollte. "Ich habe mit dem Hersteller Shimano auch diskutiert und telefoniert. Die Jungs haben gesagt, dass nicht einmal Amazon Prime mehr liefern kann."

Im Zweifel werden Neu-Räder ausgeschlachtet

Schon jetzt hat Werner Pfundmeier fürs nächste Jahr bestellt. Geld, das er vorschießen muss. Und inzwischen hat er drei Lagerräume für Unmengen an Material. Inzwischen greift Pfundmeier auch mal zum letzten Mittel, um seinen Kunden entgegenzukommen. Zum Beispiel, wenn jemand das Rad beruflich braucht: "Wenn es ganz arg brennt, werden auch mal neue Räder ausgeschlachtet, damit der Kunde dann weiterfahren kann."

Worauf man bei gebrauchten Räder achten sollte

Viele suchen inzwischen ein gebrauchtes Rad, sagt Arne Schäffler vom Fahrradclub ADFC in Augsburg. Dabei gilt es einiges zu beachten: "Zunächst solle man einfach testen, wie man auf dem Rad sitzt. Passt der Abstand zum Lenker? Hat der Sattel die richtige Höhe?"

Dann sollte man die Bremsen und Lichter checken und vor allem die Gangschaltung. "Die ist am häufigsten defekt: "Eine Nabenschaltung ist nach 10.000 Kilometern fast immer kaputt", sagt Schäffler. Und die kosten zwischen 150 und 300 Euro." Eine Zahnradschaltung sei unkritischer, die Ersatzteile billig. Man sollte aber auch an die Montagekosten denken, denn eine Gangschaltung zu ersetzen, ist aufwendig.

E-Bike zum Schnäppchen-Preis

Bei E-Bikes würden prinzipiell die selben Kriterien gelten, sagt Schäffler. Hinzu käme jedoch der Akku. Und der sei bei gebrauchten E-Bikes fast immer hinüber. Das biete jedoch auch Schnäppchen-Potenzial: "Einen Akku kann man leicht für 500 bis 600 Euro nachkaufen. Wenn man dann für 500 Euro noch ein gebrauchtes E-Bike dazukauft, hat man ein vergleichsweise günstiges Rad", so Schäffler.

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