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Radverkehr in Bayern: Enge Wege und Rücksichtslosigkeit | BR24

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Die MAMILs scheinen auf dem Vormarsch: "Middle Aged Men in Lycra" - häufig ein Synonym für Verkehrsrowdy auf zwei Rädern. Und die nerven nicht nur zunehmend Autofahrer und Fußgänger, sondern auch andere Radler!

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Radverkehr in Bayern: Enge Wege und Rücksichtslosigkeit

Viele Radler klagen: Der Ton auf bayerischen Radwegen wird rauer. Eine Ursache: Immer mehr teilen sich ein Radwegenetz, dessen Ausbau nicht mithält mit dem wachsenden Verkehr. Problematisch ist aber auch, dass manche die Regeln eher locker sehen.

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Es reicht, sich zehn Minuten an eine belebte Kreuzung in München zu stellen. Radler fahren auf dem Fußgängerweg, biegen rechts ab, obwohl ihre Ampel rot zeigt, fahren in der falschen Richtung auf dem Radweg, und überholen langsamere Kollegen in halsbrecherischen Manövern – Alltag im Großstadtverkehr.

Radverkehr steigt stetig an

Eine Menge Probleme kommen da zusammen. In den bayerischen Städten steigt der Anteil des Radverkehrs – in München liegt er aktuell bei 17 Prozent, und soll noch weiter wachsen. Gleichzeitig steigen die Zahlen der Fahrradunfälle in Bayern. Und viele Radfahrer haben den subjektiven Eindruck: Die Konflikte zwischen den Radlern nehmen zu, weil einige ziemlich rücksichtslos durch die Stadt rasen.

Es wird enger - und gefährlicher

Der Fahrradclub ADFC Bayern glaubt, dass die Konflikte zunehmen, weil es schlicht enger wird in Bayerns Straßen – die Städte kommen mit dem Ausbau der Radwege so schnell nicht hinterher, so ADFC-Landesgeschäftsführerin Petra Husemann-Roew.

"Die Verkehrsteilnehmer kämpfen sozusagen gegeneinander um Platz, um Raum, um die Möglichkeit, schnell voranzukommen. Und da kommt’s zu Konflikten. Und ganz oft hat jeder halt seine eigene Situation im Kopf, aber bedenkt nicht die Situation der anderen." Petra Husemann-Roew, ADFC-Landesgeschäftsführerin

ADFC gibt Empfehlungen

Der ADFC empfiehlt das Offensichtliche: sich an die Verkehrsregeln zu halten. Das heißt zum Beispiel: ein verkehrssicheres Rad zu fahren, an dem auch das Licht funktioniert. Oder: Handzeichen zu geben, wenn man abbiegt. Generell empfiehlt der Club defensiv und vorausschauend zu fahren – also den Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern zu suchen und nicht nur selber so schnell wie möglich das eigene Ziel zu verfolgen, sondern mögliche Unaufmerksamkeit anderer mit einzukalkulieren. Das gilt übrigens nicht nur für Radler.