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Radtourismus in Niederbayern und der Oberpfalz legt deutlich zu | BR24

© BR/Marcel Kehrer

Viele machen wegen Corona in der Heimat Urlaub. Zugelegt hat dadurch auch der Radtourismus. Tagesausflüge oder auch längere Strecken stehen hoch im Kurs. Zum Beispiel auf dem Donauradweg zwischen Regensburg und Passau.

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Radtourismus in Niederbayern und der Oberpfalz legt deutlich zu

In Corona-Zeiten wollen viele Menschen daheim Urlaub machen. Das ergab eine Gästebefragung des Tourismusverbands Ostbayern. Einen Boom erlebt der Radtourismus - auch auf dem Donauradweg ist mehr los. Nun soll das Wegenetz weiter ausgebaut werden.

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Urlaub daheim ist in diesem Jahr mehr denn je das Motto vieler Touristen. Das zeigt sich auch auf den Radwegen in Niederbayern und der Oberpfalz. Auf dem Donauradweg zwischen Regensburg und Passau zum Beispiel ist deutlich mehr los. "Der Radtourismus hat sich verdoppelt, mindestens verdoppelt, durch Corona“, sagt Christian Blüml, Wirt vom "Historischen Armen Spital“ in Donaustauf.

In seinem Biergarten oberhalb des Donauradwegs bewirtet er in diesem Jahr deutlich mehr Radfahrer. "Corona hat für uns in dem Fall jetzt was Gutes, weil wesentlich mehr Leute bei uns in Bayern bleiben und unsere Sehenswürdigkeiten besichtigen. In Donaustauf zum Beispiel die Walhalla, die Burg."

"Wir fühlen uns hier sehr wohl"

Unter Blümls Gästen sind an diesem Nachmittag zwei befreundete Ehepaare aus der Nähe von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. "Durch Corona sind wir von unserer ursprünglich geplanten Route, über Prag nach Wien zu fahren, abgewichen und sind jetzt hier in Bayern“, erzählen die Norddeutschen und betonen: "Uns gefällt es sehr gut. Der Donauradweg ist toll zu fahren. Sehr angenehm, wir fühlen uns hier sehr wohl." Ihr Wohnmobil haben sie in Wiesent abgestellt. Nun erkunden sie die Umgebung mit dem Fahrrad.

© Marcel Kehrer/BR

Lauschige Orte an der Donau laden zum Entspannen ein

Corona hat den Trend zum Urlaub in der Heimat deutlich verstärkt. Das hat auch der Tourismusverband Ostbayern (TVO) festgestellt. Genaue Zahlen zum Radtourismus hat er nicht. Doch eine aktuelle Gästebefragung bestätigt den Eindruck, dass Radfahren hoch im Kurs steht. "Im Urlaub wird gerne geradelt, entweder als Tagesausflug am Urlaubsort oder als mehrtägige Radreise. Die Coronazeit hat diese Tendenzen noch verstärkt", erklärte Landrat und TVO-Präsident Josef Laumer vor wenigen Tagen bei einer Konferenz zum Radtourismus in der Region.

"Die Menschen wollen raus, sich bewegen, Zeit im Freien verbringen und etwas entdecken" Josef Laumer, Landrat Straubing-Bogen

Radfahren ist ein großer Trend in diesem Jahr. Das bestätigte bei der Tagung auch Stefan Mang vom Centrum für marktorientierte Tourismusforschung der Universität Passau. Er stellte die Ergebnisse seiner Gästebefragung vor: "Viele Menschen setzen Vertrauen in das eigene Land. Vorsicht steht vor Normalität. Die Nähe zur Heimat, Hygienekonzepte und Selbstversorgung sind bedeutsam geworden. So kommt man schnell zur Urlaubsform des Radtourismus, was man derzeit auch am Donauradweg merkt.“

Donauradweg ist "angenehm flach"

Angenehm flach finden viele Radler den Donauradweg. Gut geeignet für Familien, für Tagestouren oder auch längere Strecken. "Gut ausgeschildert“ und "nicht so verwachsen, man sieht die Donau auch“ sind weitere Lobesworte von Radtouristen.

150 Kilometer sind es von Regensburg bis Passau. Wer weiter bis Wien möchte, fährt ab Passau noch einmal rund 320 Kilometer. Diese Strecke hat sich Jason aus Frankfurt vorgenommen. Mit seinem Kumpel hat er den Zug nach Regensburg genommen, dem Startpunkt ihrer Radtour: "Wir fahren von Regensburg bis Wien. In fünf Tagen. Mit Zwischenstopps in Deggenddorf, Passau, Linz und dann in der Wachau."

© Marcel Kehrer/BR

Platz zum Ausruhen: Die Radlerraststation in Tegernheim

Rastplätze für Radler

Die Region stellt sich auf die Radtouristen ein. Zum Beispiel mit Radlerrastplätzen wie in Tegernheim. Ein offenes Holzhaus mit Radständern, Schließfächern, Tischen, Bänken - und einer hölzernen Sonnenliege. "Fantastisch. Da kann ich nicht dran vorbeigehen. Muss ich sofort Rast machen!" schwärmt eine Frankfurterin, die auf der Liege gerade die Spätsommersonne genießt.

EU-Projekt EcoVeloTour soll Radtourismus fördern

Der Tourismusverband Ostbayern sieht im Radtourismus große Chancen für nachhaltigen, naturnahen Urlaub: Mit seinen Partnern im EU-Projekt EcoVeloTour will er das Radwegenetz im Donauraum jetzt ausbauen, noch bekannter machen und Strategien für Gastgeber entlang der Strecke entwerfen.

© Marcel Kehrer/BR

Der Trend zum Urlaub in der Heimat bringt deutlich mehr Radtouristen in die Region.

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