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Radon-Vorsorgegebiet Wunsiedel: Firmen müssen Werte messen | BR24

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Im Landkreis Wunsiedel besteht eine höhere Gefahr, dass das natürlich vorkommende Edelgas Radon Lungenkrebs oder andere Lungenkrankheiten verursacht. Deshalb ist der Landkreis Wunsiedel ein sogenanntes Radon-Vorsorgegebiet.

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Radon-Vorsorgegebiet Wunsiedel: Firmen müssen Werte messen

Eine Radon-Kur hilft bei Gelenkschmerzen. Doch wenn in Räumen zu viel von dem Edelgas vorkommt, besteht Krebsgefahr. Im Landkreis Wunsiedel im Norden Bayerns läuft nun ein Pilotprojekt zur Radon-Belastung am Arbeitsplatz.

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Von
  • Anne Axmann

Der Landkreis Wunsiedel ist seit Mitte Februar sogenanntes Radon-Vorsorgegebiet. Das Bayerische Umweltministerium geht davon aus, dass in mehr als zehn Prozent der Gebäude erhöhte Radon-Werte vorliegen. Der Referenzwert liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft. Dieses natürlich vorkommende radioaktive Edelgas kann über undichte Fugen und Risse aus Boden und Luft in Gebäude gelangen. In geschlossenen Räumen kann deshalb die Gefahr für Lungenkrebs oder andere Lungenkrankheiten steigen. Radon Werte zu messen, ist nun Pflicht.

Radon ist auch Heilmittel

Mitten im Radon Vorsorgegebiet bietet das Kurzentrum in Weißenstadt Radon-Kuren an. Im Eingangsbereich plätschert ein Radon-Trinkbrunnen, im Radon-Becken glitzert des Wasser türkisfarben und nebenan befindet sich ein Radon-Inhalationsraum. Radon hat auch enorme Heilkraft.

"Radon hat einen Einfluss auf das Immunsystem, auf die Immunzellen. Man hat empirisch festgestellt – seit mehr als hundert Jahren –, dass Radon Schmerzen und Entzündungen lindert." Josef Teuber, Facharzt für physikalische Medizin in Weißenstadt

Bei Radon gilt: Die Dosis macht den Unterschied. Radon ist ein Edelgas, das natürlich im Boden vorkommt. Ist die Konzentration von Radon in der Luft zu hoch, kann es gefährlich werden. Grund ist die Radioaktivität des Radons. Sie kann zum Zerfall der Erbsubstanz führen. Mögliche Folge: Krebs. Echte Gefahr besteht aber nur, wenn man dauerhaft einer sehr hohen Radon-Dosis ausgesetzt ist.

Mitarbeiterschutz im Kurzentrum

Hier im Kurzentrum, wo Radon bewusst als Heilmittel zum Einsatz kommt, wird deshalb bereits seit vielen Jahren die Radonkonzentration in der Luft genau gemessen – auch zum Schutz der Mitarbeiter. Mit kleinen schwarzen Geräten, sogenannten Exposimeter:

"Innen ist eine Folie, eine Art Kernspurdetektor. Die Mitarbeiter hier tragen es während der Arbeitszeit. Es registriert, wie lange man wo gewesen ist und man kann dann am Jahresende hochrechnen, wie hoch die Belastung gewesen ist." Günther Just, Geophysiker

Messen am Arbeitsplatz: Pilotprojekt des Landesamtes für Umwelt

Das kleine schwarze Exposimeter ist die einfachste Version, Kostenpunkt: 30 Euro. Etwas professionellere Geräte kosten etwa 500 Euro. Messen müssen nun im Landkreis Wunsiedel alle Unternehmen, die Arbeitsplätze in Erdgeschoss oder Keller haben. Es ist ein Pilotprojekt des Landesamtes für Umwelt. Auch im Landratsamt wird nun ein Jahr lang die Radonbelastung gemessen, so Wunsiedels Landrat Peter Berek (CSU). Sollten die Werte zu hoch sein, gilt es Maßnahmen zu ergreifen: von Lüften, über das Abdichten von Fugen, bis hin zu größeren baulichen Veränderungen.

Radon als natürliches Phänomen

An sich ist Radon aus dem Boden ein natürliches Phänomen – weite Teile Bayerns weisen potenziell erhöhte Belastung auf. Der Landkreis Wunsiedel wird im Freistaat deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht lange das einzige Radon-Vorsorgegebiet bleiben. Das Bundesamt für Strahlenschutz geht auch in der Stadt Bayreuth sowie den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Traunstein von erhöhten Radonwerten aus. Doch in diesen Regionen will das Bayerische Umweltministerium erst noch weitere Untersuchungen durchführen.

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Der Landkreis Wunsiedel ist Bayerns erstes Radon Vorsorge-Gebiet. An neuen Arbeitsplätzen und in Neubauten müssen nun Messungen durchgeführt werden. Eine erhöhte Radonkonzentration in der Atemluft erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

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