BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Radioaktivität: Weitere Kritik am Forschungsreaktor in Garching | BR24

© picture-alliance/dpa-Zentralbild/Maurizio Gambarini

Am Forschungsreaktor FRM II in Garching ist im April und Mai radioaktives Material ausgetreten.

Per Mail sharen

    Radioaktivität: Weitere Kritik am Forschungsreaktor in Garching

    Im März und April ist im Forschungsreaktor FRM II in Garching radioaktives Material ausgetreten. Nun beschäftigt sich die Opposition im Landtag mit der Panne und dem Umgang damit. Auch von Umweltschützern kommt Kritik.

    Per Mail sharen

    Nach dem Austritt von radioaktivem Material am Forschungsreaktor FRM II in Garching melden sich immer mehr Kritiker zu Wort. Die Opposition im bayerischen Landtag fordert Aufklärung über den genauen Ablauf. Die Landtags-Grünen kündigten eine parlamentarische Aufarbeitung an. Das Umweltministerium unter Minister Thorsten Glauber von den Freien Wählern "gibt hier ein schlechtes Bild ab. Atomaufsicht soll die Menschen schützen, nicht den Betreiber", sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. Zuvor hatte sich schon SPD-Umweltexperte Florian von Brunn kritisch geäußert.

    Kritik auch von Umweltschützern

    Das Umweltinstitut München e. V. fordert häufigere Kontrollen und genauere Informationen von der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Landesamt für Umwelt. "Wir fordern das Landesamt auf, alle vorliegenden Messdaten und Informationen zur Panne am FRM II für unabhängige Prüfungen offenzulegen", so Dr. Hauke Doerk, Physiker am Umweltinstitut München e. V. in einer Mitteilung. "Jede freigesetzte Radioaktivität stellt ein Risiko dar."

    Panne wurde spät bemerkt

    Nach Angaben der Technischen Universität München, die den Reaktor betreibt, überschritten die Emissionen im Zeitraum vom 20. bis 26. März sowie vom 2. bis 7. April den genehmigten Jahreswert für den C-14-Ausstoß um 15 Prozent. Das Umweltinstitut geht deshalb davon aus, dass die Tagesgrenzwerte um ein Vielfaches übertroffen worden sind. Dass der Austritt des radioaktiven Isotops erst nach zwei Wochen bemerkt worden sei, kritisiert Hauke Doerk als "höchst problematisch". Das Umweltinstitut fordert nun eine "grundlegende Debatte" über die Zukunft des Forschungsreaktors.

    Häufigere Messungen, schnellere Ergebnisse

    Die Technische Universität teilte am Montag mit, als Konsequenz gebe es seit dem 20. April zusätzliche wöchentliche Messungen des radioaktiven C-14-Isotops. Diese würden im eigenen Labor ausgewertet. So sollen die Ergebnisse schneller vorliegen. Zudem würden die C-14-Emissionen nicht mehr vierteljährlich, sondern jetzt monatlich gemessen. Eine detaillierte Ursachenklärung laufe.

    Umweltministerium: keine Gefahr für die Menschen

    Nach Messwerten von vergangener Woche war der für den FRM II festgelegte Jahresgrenzwert des radioaktiven C-14 überschritten worden. Der Wert liege weit unter dem gesetzlich vorgegebenen Wert, unterstrichen FRM II und das Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde. Für Mensch und Umwelt habe keine Gefahr bestanden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!