BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Wildschweine in Bayern radioaktiv belastet | BR24

© dpa - picture alliance

Wildschweine in Bayern sind oft radioaktiv belastet

Per Mail sharen
Teilen

    Wildschweine in Bayern radioaktiv belastet

    Ist mehr als 30 Jahre nach Tschernobyl radioaktiv belastetes Wild noch ein Problem? Kritiker sagen ja, der Bayerische Jagdverband sieht die Bevölkerung indes geschützt - und die Behörden stellen kaum Informationen zur Verfügung.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Wildschweine in Bayern sind auch mehr als 30 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl häufig verstrahlt, weil sie oft belastete Pilze fressen. Dass zu hoch belastetes Wildschwein-Fleisch nicht auf dem Teller landet, dafür sorgen im Freistaat die Jäger. In den betroffenen Regionen muss jede Wildsau auf das radioaktive Cäsium-137 gemessen werden. Zahlen des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) zeigen: 25 bis 35 Prozent der gemessenen Wildschweine liegen über dem Grenzwert und müssen entsorgt werden.

    Keine detaillierten Informationen

    In welchen Regionen oder Landkreisen die Belastung besonders hoch ist, darüber schweigt sich der BJV jedoch aus, auch die staatlichen Behörden geben dazu keine Informationen preis. Helmut Rummel aus Murnau betreibt eine der Messstellen für Jäger. Er lebt selbst im stark betroffenen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und fordert mehr Transparenz für den Bürger.

    "68 Prozent meiner Messungen an Wildschweinen im Landkreis Garmisch liegen über dem Grenzwert von 600 Becquerel. Das ist sehr viel!" Helmut Rummel, Messstellenbetreiber

    Behörden messen kaum nach

    Wer Wildschwein isst, muss den Jägern vertrauen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nimmt zwar Stichproben. Aber in den radioaktiv besonders belasteten Landkreisen Augsburg und Garmisch-Partenkirchen ist innerhalb des letzten Jahres nicht ein einziges Wildschwein untersucht worden. Schriftlich teilen die Behörden mit, das man den Jägern vertraue und die Verbraucher "gut geschützt" sehe. Beim Landesamt für Umwelt ist online zwar eine Datenbank über die Strahlenmessungen einsehbar, für den Laien ist sie aber nur schwer zu finden und kaum zu verstehen.