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"Radentscheid" Bayreuth hat Stimmen für Bürgerbegehren gesammelt | BR24

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Die Radwege-Situation in Bayreuth führt mancherorts eher zu Verwirrung als zu einem sicheren Fahrgefühl für Radler. Das will der "Radentscheid Bayreuth" ändern. Die Initiative hat 5.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt.

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"Radentscheid" Bayreuth hat Stimmen für Bürgerbegehren gesammelt

Die Fahrradstadt Bayreuth soll sich weiter entwickeln. Die Initiative "Radentscheid" hat 5.000 Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt. Die Radwege in der Stadt sollen ausgebaut werden.

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Von
  • Markus Feulner

Die Feustelstraße ist Teil des Bayreuther Nordrings. Stadt- und Durchgangsverkehr zwängen sich durch die Einbahnstraße unterhalb des Festspielhauses. Ein leuchtend roter, einigermaßen breiter Radweg ist zwischen Fahrbahn und Parkstreifen eingezwickt. Roland Sack von der Initiative "Radentscheid Bayreuth" steht mit seinem Fahrrad mit Lastenanhänger am Straßenrand und erklärt das Problem:

"Man sieht, dass der Radweg viel zu knapp an den parkenden Autos vorbeiführt. Der Radfahrer muss ständig aufpassen, dass keine Autotür aufgeht. Wenn doch, muss er nach links ausweichen und da fließt der Verkehr. Das ist kein sicherer Radweg!" Roland Sack von der initiative "Radentscheid Bayreuth"

Radfahrer krachen in Autotüren

Unfälle sind vorprogrammiert. Susanne Kirchhofer ist genau das schon passiert. Unterwegs auf einem Radweg entlang parkender Autos ging plötzlich eine Tür auf. Die Bayreutherin, die täglich Fahrrad fährt, hatte keine Chance mehr auszuweichen oder zu bremsen und krachte in die Autotür:

"Mindestens ein- bis zweimal in der Woche war es so, dass ich ein Kreuz geschlagen habe und gesagt habe: Gott sei Dank lebe ich noch." Susanne Kirchhofer, Fahrradfahrerin in Bayreuth

Zu enge Radwege oder Wege, die sich Radfahrer und Fußgänger teilen müssen sind über das ganze Stadtgebiet verteilt. Radfahrer müssten da Schritt fahren, ein zügiges Fortkommen wird so erschwert.

Gefahrenstelle Omnibusbahnhof

Am Zentralen Omnibus Bahnhof Z.O.H. in Bayreuth kommen sich Radfahrer und Fußgänger regelmäßig in die Quere. Eine Umleitung für Radfahrer ist geplant, aber dazu müssten sie momentan den vierspurigen Innenstadtring überqueren. Das ist wieder ein potentieller Gefahrenpunkt.

Trennung von Rad- und Gehwegen gefordert

Grundsätzlich sollten Rad- und Gehwege zumindest baulich getrennt sein. Durch einen Grünstreifen beispielsweise oder eben durch eine andere Trassenführung, finden die Leute vom "Radentscheid". Das sei sicherer und jeder – Radfahrer und Fußgänger – wisse im Zweifelsfall genau wo er hingehöre.

Bayreuther Radverkehrskonzept ist sechs Jahre alt

Die Leute vom Bürgerbegehren Radentscheid haben zehn konkrete neue Forderungen aufgestellt: darunter mehr Geld für den Radverkehr, ein lückenloses Radwegenetz, und fünf Kilometer Radwege sollten jedes Jahr mindestens neu- oder umgebaut werden.

Wittelsbacherring: Tödlicher Fahrradunfall im April

Trotz Radwegen, Radfahrer-Ampeln und Abbiegespuren ist die Situation an manchen Stellen in Bayreuth unübersichtlich. Radwege enden abrupt. Im April wurde ein Radfahrer von einem Lastwagen beim Rechtsabbiegen am Wittelsbacherring überfahren. Ein weißes Fahrrad neben der vierspurigen Hauptverkehrsachse erinnert an den tödlichen Unfall.

Mehr Stimmen als nötig für Bürgerentscheid gesammelt

Die Sammelaktionen und Fahrraddemos der Initiative "Radentscheid" erregen Aufmerksamkeit. 3.600 Unterschriften bräuchten sie für das Bürgerbegehren, 5.000 haben sie gesammelt. Die Zustimmung in der Bevölkerung für die zehn geforderten Punkte scheint da zu sein. Der Stadtrat muss sich jetzt mit dem Bürgerbegehren auseinandersetzen.

© BR/Markus Feulner

Die Fahrradstadt Bayreuth entwickelt sich weiter. Durch das Bürgerbegehren dürfte der Ausbau von Radwegen und die Verbesserung des Radkonzepts weitere Impulse bekommen.

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