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Rabbiner kämpft gegen Antisemitismus und Rassismus | BR24

© BR/Margit Ringer

Der Amberger Rabbiner Elias Dray will ein Präventionsprojekt gegen Antisemitismus und Rassismus aufbauen. Er nennt es "Zentrum gegen Radikalisierung". Hier sollen Workshops, aber auch Erwachsenenbildung stattfinden.

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Rabbiner kämpft gegen Antisemitismus und Rassismus

Der Amberger Rabbiner Elias Dray will ein Präventionsprojekt gegen Antisemitismus und Rassismus aufbauen. Er nennt es "Zentrum gegen Radikalisierung". Hier sollen Workshops, aber auch Erwachsenenbildung stattfinden.

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Der Rabbiner Elias Dray hat eine Projektskizze entwickelt und seine Idee jetzt dem Beauftragten der Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Ludwig Spaenle, vorgestellt. Spaenle will das Modellprojekt nun prüfen und mit dem Kultusministerium und verschiedenen Fachstellen darüber sprechen.

"Ausgrenzung früher und heute"

Dray und Spaenle nahmen an einem ersten Workshop teil und sprachen mit Schülern des Max-Reger-Gymnasiums über "Ausgrenzung früher und heute". Rabbiner Elias Dray zitierte bei einer Pressekonferenz eine Bertelsmann-Studie. Demnach würden 58 Prozent der Deutschen gerne einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen. Er selbst merke zunehmende antisemitische Tendenzen, sagte Dray und verwies auf populistische Parteien in Europa. "Ich bemerke, dass viele nicht sehen, welche Gefahren da für uns entstehen können", so Dray.

Wegen Kippa angegriffen worden

Der Rabbiner lebt auch in Berlin und wurde dort schon aufgrund seiner Kippa in der Öffentlichkeit persönlich angegriffen. In Amberg soll Projektträger ein Verein sein, der noch gegründet wird.

"Hier sollen sich Schüler und Erwachsene emotional Gedanken machen, was passiert ist und wie kann ich das in mein Leben aufnehmen, damit es bei mir nicht mehr passiert." Rabbiner Elias Dray

Konkret plant er Workshops für Schüler und Erwachsene oder auch Lehrerfortbildungen, Besuche in der Synagoge oder einer Moschee sowie das Kennenlernen von muslimischen oder jüdischen Vertretern und deren Religion.

Dray will die Gesellschaft erhalten und zeigen, dass Demokratie etwas Besonderes ist, sagt er. "Ich glaube, das fehlt vielen Leuten, eigentlich zu wissen, was haben wir eigentlich erreicht." Zusammen mit Ludwig Spaenle wird das Projekt nun konkret ausgearbeitet. Es gehe um nichts weniger, als die Menschenwürde im Alltag und das gehe uns alle an, sagte Spaenle.