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Querschnittsgelähmt nach Sturz in Hütte - Gericht für Einigung | BR24

© K. Wothe / blickwinkel

Die Benediktenwand in den Bayerischen Voralpen

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    Querschnittsgelähmt nach Sturz in Hütte - Gericht für Einigung

    Ein Wanderer ist in der Tutzinger Hütte bei Benediktbeuern aus dem ersten Stock gefallen und seitdem querschnittsgelähmt. Er verklagte die Hüttenbetreiber. In zweiter Instanz sieht das Gericht aber ein deutliches Mitverschulden des Mannes.

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    Bei einer Übernachtung auf der Tutzinger Hütte bei Benediktbeuern ist ein Wanderer alkoholisiert dreieinhalb Meter tief auf eine Steinmauer gestürzt. Seitdem ist er querschnittsgelähmt. Der Familienvater aus Grafing im Landkreis Ebersberg hatte deshalb geklagt: Seiner Ansicht nach sind der damalige Hüttenwirt und der Deutsche Alpenverein an dem Unglück schuld. In der zweiten Instanz machte das Oberlandesgericht München allerdings klar: Der Wanderer ist mitschuld.

    Gericht will im September entscheiden

    Der Senat habe darauf hingewiesen, dass dieses Mitverschulden erheblich zu gewichten sei und auch bei 80 bis 90 Prozent liegen könne, teilte ein Gerichtssprecher mit. Der Senat regte den Angaben zufolge an, dass die Parteien sich auf einen Schadenersatz-Betrag einigen. Um den Vergleichsgesprächen Zeit zu geben, will das Gericht im September entscheiden.

    Gericht sah schon in erster Instanz Mitverschulden

    Das Landgericht München II hatte dem Wanderer vor einem Jahr Schadenersatz zugesprochen. Demnach sollten der Betreiber der Hütte und die betreffende Sektion des Deutschen Alpenvereins dem Kläger 60 Prozent aller aus dem Unfall resultierenden Schäden ersetzen. Das Gericht sah aber damals schon ein Mitverschulden des Klägers: Der Mann sei alkoholisiert gewesen und habe die Kennzeichnung als Fluchttür nicht beachtet. Zugleich habe es aber auch auf der Hütte Versäumnisse gegeben. Dass es an der Plattform kein Geländer gab, wertete das Gericht als eklatanten Sicherheitsmangel.

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