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Bayern

Querschnittsgelähmt: 15-Jährige nach OP im Rollstuhl | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Mädchen im Rollstuhl (Symbolbild)

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    Querschnittsgelähmt: 15-Jährige nach OP im Rollstuhl

    Das Mädchen war 15 Jahre alt, als es operiert wurde. Seitdem kann es weder gehen noch stehen, Hände und Arme nicht mehr richtig bewegen. Das Landgericht Traunstein sprach Schmerzensgeld zu, die Klinik legte Berufung ein. Heute fällt das Urteil.

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    Eine junge Frau, die nach einer Operation querschnittsgelähmt ist, sollte 430.000 Euro Schmerzensgeld bekommen. Die Klinik wollte das nicht akzeptieren und ging nochmals vor Gericht.

    Operation mit fatalen Folgen

    Nach der OP sei ein Katheter nicht genau genug kontrolliert worden, urteilte das Landgericht Traunstein. Die Frau wurde 2008 als damals 15-Jährige wegen einer Skoliose - einer Verkrümmung der Wirbelsäule - operiert. Auf der Intensivstation wurde ihr dann ein Katheter gelegt, der aber nicht vor dem Vorhof des Herzens zum Liegen kam, sondern im Spinalkanal. Das wurde erst am nächsten Morgen erkannt. Die Patientin kann seitdem weder gehen noch stehen, die Beweglichkeit von Armen und Händen ist stark eingeschränkt.

    Landgericht entschied für die Frau

    Die Frau spricht von einem Behandlungsfehler. Nach Ansicht der Klinik ist die "postoperativ eingetretene neurologische Störung" dagegen "schicksalhaft". Das Landgericht gab aber der Frau recht und sprach ihr neben dem Schmerzensgeld auch eine monatliche Rente von 500 Euro sowie Zahlungen für künftig entstehende Schäden zu.

    Gegen diese Entscheidung wehrt sich der Klinikbetreiber aus Schleswig-Holstein mit einer Berufung. Heute verkündet das Oberlandesgericht München seine Entscheidung.