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"Querdenker"-Demo in Passau verläuft friedlich | BR24

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Die "Querdenker"-Demo in Passau ist friedlich verlaufen. Zuvor hatte die Stadt Auflagen erteilt: Unter anderem durfte kein Umzug durch die Innenstadt stattfinden.

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"Querdenker"-Demo in Passau verläuft friedlich

Die als Martinszug getarnte Corona-Protestaktion in Passau ist friedlich verlaufen. Rund 80 Leute demonstrierten am Klostergarten. Zwei Teilnehmer erwartet eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen die Maskenpflicht.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Die "Querdenker"-Demo in Passau ist friedlich verlaufen. Und das, obwohl die Stimmung zu Beginn eher schlecht war. Nur wenige Minuten, bevor die Demo starten sollte, wurde klar, dass der geplante Martinszug durch die Passauer Altstadt nicht stattfinden kann. Die Entscheidung der Richter des Verwaltungsgerichts Regensburg erreichte Polizei und Demonstrierende vor Ort. Die selbst ernannten Querdenker mussten ihre Demo im Passauer Klostergarten abhalten.

Rund 80 Teilnehmer

Rund 80 Leute nahmen an der Demo teil. Etwa 20 trugen keine Maske, sie konnten sich mit entsprechenden Attesten ausweisen. Nur zwei Leute – darunter im Zuschauerbereich ein NPD-Politiker - hielten sich grundlos nicht an die Maskenpflicht, sie erwartet eine Anzeige.

Die Polizei spricht von einer ruhigen und friedlichen Demonstration. Dutzende Einsatzkräfte waren vor Ort. "Wir haben die Versammlungslage sehr ernst genommen. Es war ja zunächst ein Umzug geplant. Nachdem der verboten wurde, mussten wir darauf vorbereitet sein, dass es Störaktionen gibt. Dem war zum Glück nicht so", bilanziert Einsatzleiter Christian Dichtl.

© BR/Katharina Häringer

Demonstrierende in Passau

Kritik von Bischof Stefan Oster

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen kleinen Laternen-Umzug im Klostergarten. Kinder spielten die Martinsgeschichte nach. Es folgten mehrere Reden, in denen die Frauen und Männer mehrfach betonten, sich von Rechtsradikalen zu distanzieren. Sie wollten nichts mit der Gewalt, wie sie auf der Demo in Leipzig Polizisten und Journalisten erfahren hatten, zu tun haben, hieß es. Die Maske hielten sie für ein Symbol der Angst und der Unterwerfung, es erzeuge tiefes Misstrauen in der Gesellschaft.

Unterdessen kritisierte die deutsche Bischofskonferenz Martinsumzüge im Umfeld der "Querdenker"-Bewegung. Passaus Bischof Stefan Oster schrieb: "Martin eignet sich als Vorbild für vieles - aber nicht für politische Instrumentalisierung, um Kritik an Corona-Maßnahmen zum Schutz von Leben zu üben."

Die Stadt Passau hatte der Protestaktion Auflagen erteilt und unter anderem den Umzug verboten. Die Veranstalter wollten das Verbot mit einem Eilantrag kippen und scheiterten. Sie kündigen an, weitere Rechtsmittel einlegen zu wollen.

© BR / Katharina Häringer

Wie lief der als St-Martins-Umzug getarnte Corona-Protest?

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