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Lukas Geyer von der Jugendinitiative des Vereins Fliederlich setzt sich für ein queeres Jugendzentrum in Nürnberg ein.

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    Queeres Nürnberg: Stadt und queere Szene erstellen Aktionsplan

    Die Stadt Nürnberg will mehr für die Belange von Lesben, Schwulen sowie Bi-, Trans- und Interpersonen tun. Zusammen mit der queeren Szene erarbeitet sie dazu einen Aktionsplan "Queeres Nürnberg".

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    Von
    • Tina Wenzel

    Die Stadt Nürnberg will in mehreren digitalen Workshops die Vorschläge aus der queeren Szene sammeln und dann einen Aktionsplan erstellen. Was muss die Stadt Nürnberg verbessern? Welche Angebote fehlen noch? Den Auftakt machte eine digitale Veranstaltung zum Thema "Queere Jugend".

    Queeres Jugendzentrum als sicherer Hafen

    Hauptanliegen der Jugendlichen sei ein eigenes Jugendzentrum, sagt Lukas Geyer von der Jugendinitiative des Nürnberger Vereins Fliederlich. Das queere Zentrum soll ein sicherer Hafen vor und nach einem Coming-out sein. Sich zu outen, sei ein großer Schritt für die Jugendlichen, der Mut erfordert. Im Jugendzentrum können die Jugendlichen dafür Unterstützung erhalten, so der 24-jährige Jugendleiter, und das am besten rund um die Uhr.

    Notunterkünfte für queere Jugendliche

    Im Verein Fliederlich treffen sich die Jugendlichen bereits ein Mal in der Woche. Vor der Corona-Pandemie kamen rund 30 Jugendliche zusammen. Die Räume des Vereins am Nürnberger Plärrer reichen längst nicht mehr. Zudem könnten in einem Jugendzentrum auch Notunterkünfte entstehen. "Es passiert leider immer wieder, dass Eltern ihre Kinder nach dem Coming-out vor die Tür setzen", sagt Lukas Geyer.

    Auch ein fester Ansprechpartner, der hauptamtlich die Jugendlichen betreut, wäre wichtig, fügt Selina Kanis hinzu. Sie arbeitet ebenfalls ehrenamtlich als Jugendleiterin bei Fliederlich. Immer wieder erzählen ihr Jugendliche von Missbrauch, Traumata oder psychischen Problemen. Da stoße man auch an seine Grenzen.

    Zusammenarbeit mit queerer Community

    Die Stadt plant in den nächsten Wochen noch weitere Workshops unter anderem zum Thema Regenbogenfamilien, queere Senioren sowie Diskriminierung. Alle Ideen werden gesammelt und zum Aktionsplan zusammengefasst. Ein wichtiger Schritt, sagt Michael Glas, der Geschäftsführer des Vereins Fliederlich, der sich bereits seit Jahrzehnten für die Belange von Schwulen und Lesben einsetzt. Er begrüßt, dass die queere Szene nun von der Stadt auf diese Weise eingebunden wird. Der Verein hat bereits Forderungen an die Stadt formuliert.

    Stadtrat muss Aktionsplan zustimmen

    Spätestens Anfang kommenden Jahres will sich der Stadtrat mit dem Aktionsplan beschäftigen, sagt Christine Burmann, die als Beauftragte für Diskriminierungsfragen den Plan erstellt. Und dann muss noch Geld fließen – derzeit ein schwieriges Thema. "Die Corona-Pandemie belastet den Haushalt. Aber wir stellen den Plan für fünf Jahre zusammen", so Burmann optimistisch. Auch Lukas Geyer und Selina Kanis hoffen, dass ihr Vorschlag eines Jugendzentrums Zustimmung findet.

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