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Plakat gegen Pyro-Lager

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    Pyrotechniklager in Wald: Landtag beschließt Ortstermin

    Seit Monaten sorgt das geplante Pyrotechniklager in der Gemeinde Wald für helle Aufregung. Ein Unternehmer will dort ein Lager für bis zu zehn Tonnen Feuerwerkskörper bauen. Nun hat der Umweltausschuss im Landtag einen Ortstermin beschlossen.

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    Von
    • Rupert Waldmüller

    Im Fall des umstrittenen geplanten Pyrotechniklagers in Wald im Ostallgäu wird es einen Ortstermin geben. Das hat der Umweltausschuss des Bayerischen Landtags heute beschlossen. Zuvor hatten die Abgeordneten eine knappe halbe Stunde kontrovers über die Petition der Bürgerinitiative gegen das Lager diskutiert.

    CSU und AfD für den Bau

    Aus Sicht der beiden Berichterstatter Ingo Hahn von der AfD und Volker Bauer von der CSU spricht rechtlich nichts gegen den Bau des Lagers. „Der Antragsteller hat ein Recht auf Genehmigung“, sagte der CSU-Abgeordnete Bauer. Sein AfD-Kollege Hahn betonte, mehrere Gutachten hätten ergeben, dass sowohl aus sprengstoffrechtlicher und baurechtlicher Sicht keine Versagensgründe bestünden. Darüber hinaus sei das Grundstück ausreichend erschlossen und auch vom Wasserschutz und Brandschutz her gebe es keine Einwände.

    Grüne sehen viele Frage offen

    Dem widersprach die Vorsitzende im Ausschuss, die Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger: „Da sind noch so viele Fragen offen – da kann ich über die Petition nicht entscheiden“, sagte Steinberger und schlug einen Ortstermin vor. Am Ende folgte der Ausschuss diesem Vorschlag. Die Abgeordneten werden sich die Situation vor Ort demnächst anschauen. Ein genauer Termin für das Treffen in Wald steht noch nicht fest.

    Was in Wald geplant ist

    Stefan Goder, Inhaber der Firma Allgäu Feuerwerke aus Unterthingau, will auf an einem Waldstück im Außenbereich der Gemeinde Wald das Pyrotechniklager bauen. Bis zu zehn Tonnen Feuerwerkskörper könnten dort gelagert werden. Die Gemeinde und viele Bürger in Wald lehnen das Vorhaben vehement ab: Sie sehen in dem Feuerwerkslager eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt. Die Zufahrt über eine schmale Straße sei zu eng für Gefahrgut-Transporte. Außerdem sehen die Kritiker das angrenzende Wasserschutzgebiet und seltene Tierarten wie den Schwarzstorch durch den Bau gefährdet.

    Der Inhaber der Firma Allgäu Feuerwerke aus Unterthingau, Stefan Goder, weist darauf hin, dass alle Sicherheitsbestimmungen und Abstandsvorschriften bei der Planung berücksichtigt worden seien. Für die Eingriffe in die Natur würde ein Ausgleich auf dem Gelände geschaffen.

    Bürgerinitiative freut sich über Ortstermin

    Die Bürgerinitiative gegen das umstrittene Pyrotechniklager in Wald freut sich über den heute vom Umweltausschuss beschlossenen Ortstermin in der Ostallgäuer Gemeinde. "Wir sind heilfroh, dass der Ortstermin nun stattfindet als letzte Möglichkeit, uns zu wehren", sagte der Sprecher der Initiative, Peter Heigl, dem BR. "Wir werden vor Ort zeigen, dass in dem Gutachten zu dem Pyrotechniklager schlicht die Unwahrheit gesagt wird und hoffen, dass die Genehmigung unter diesen Umständen nicht erteilt wird."

    Die Bürgerinitiative hatte 1.000 Unterschriften gegen das geplante Lager für bis zu zehn Tonnen Feuerwerkskörper in Wald gesammelt und die Petition gegen das Projekt auf den Weg gebracht. Nach kontroverser Diskussion beschloss der Umweltausschuss des Landtags, der die Petition in seiner Sitzung heute behandelt hat, einen Ortstermin in Wald festzusetzen. Die Abgeordneten wollen sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten machen.

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