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Putenskandal: Staatsanwaltschaft Traunstein schaltet sich ein | BR24

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Hat ein Schlachthof im Landkreis Mühldorf gegen Bestimmungen zum artgerechten Tierschutz verstoßen? Die Staatsanwaltschaft Traunstein leitet jetzt Vorermittlungen ein.

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Putenskandal: Staatsanwaltschaft Traunstein schaltet sich ein

Hat ein Schlachthof im Landkreis Mühldorf gegen Bestimmungen zum artgerechten Tiertransport verstoßen? Nach Bekanntwerden eines Skandal-Videos über das Verladen von Puten in Ungarn leitet die Staatsanwaltschaft Traunstein jetzt Vorermittlungen ein.

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Im Skandal um möglicherweise nicht artgerechte Transporte von lebenden Puten aus Ungarn zu einem Schlachtbetrieb in Ampfing im oberbayerischen Landkreis Mühldorf hat die Staatsanwaltschaft Traunstein Vorermittlungen aufgenommen. "Wir haben noch keinen Anfangsverdacht einer Straftat, wir wissen noch nicht, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz stattgefunden hat. Das heißt, wir haben auch noch keinen konkreten Tatverdächtigen, aber wir überprüfen den Sachverhalt", sagte Oberstaatsanwalt Robert Schnabel dem BR.

Fragen ans Veterinäramt, aber keine Ermittlungen zu Vorfällen in Ungarn

Insbesondere werde das Veterinäramt eingeschaltet und befragt, ob entsprechende Kontrollen stattgefunden haben und welche Ergebnisse die Kontrollen geliefert haben", so Schnabel im Gespräch mit dem BR. Nicht ermitteln wird die Traunsteiner Staatsanwaltschaft Vorfälle bei der Verladung der Tiere in Ungarn. "Wir sind nur zuständig für Deutschland, mögliche Straftaten in Ungarn müssten gegebenenfalls von den Behörden in Ungarn aufgeklärt werden", sagte Schnabel.

Video der "Soko Tierschutz": Puten in Transporter geschleudert

Der gemeinnützige Tierrechts-Verein "Soko Tierschutz" hatte im Internet ein mehrere Wochen altes Video veröffentlicht, das zeigen soll, wie lebende Puten teils meterweit in Tiertransporter regelrecht geschleudert und Tiere auch getreten werden. Daraufhin stellte die Firma in Bayern die Belieferung aus der ungarischen Farm bis zur Klärung der Vorwürfe ein. Bisher hätten sich jedoch aus den Transport- und Veterinärprotokollen keine Hinweise auf mögliche Tierschutzvergehen ergeben, teilte das Unternehmen mit.

Reaktion des Verbraucherschutzministeriums

Das bayerische Verbraucherschutzministerium beauftragte die Behörden mit der Aufklärung der Vorwürfe. "Auch Tiertransporte müssen tierschutzgerecht abgewickelt werden", hieß es. "Tierhalter und Transporteure sind in der Pflicht, ihre Verantwortung für die Tiere ernst zu nehmen." Verstöße gegen den Tierschutz seien nicht hinnehmbar.