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Nach Prügel-Attacke: Amberg will Image wieder aufpolieren | BR24

© dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Amberg: Blick über den Marktplatz und auf das Rathaus in Amberg nach den Prügelattacken.

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Nach Prügel-Attacke: Amberg will Image wieder aufpolieren

Die Prügel-Attacke von vier Asylbewerbern in Amberg hat Spuren hinterlassen. Die Stadt landete zwischenzeitlich in den Negativschlagzeilen. Rechtsradikale instrumentalisierten den Vorfall. Der Oberbürgermeister will nun das Image aufpolieren.

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Drei Monate liegt die Prügel-Attacke von Amberg nun zurück. Die Ermittlungen gegen die abgelehnten Asylbewerber sind abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem jugendtypischen Verhalten mit einer gewissen Gruppendynamik: Ein konkretes Motiv gebe es nicht. Es sei eine Mischung gewesen aus Langeweile, Übermut der jungen Männer und den Auswirkungen von Alkohol und Drogen.

Oberbürgermeister: Medienpräsenz nach Prügel-Attacke negativ

Es waren drei Afghanen und ein Iraner im Alter zwischen 17 und 19 Jahren, die sich am 29. Dezember am Bahnhof und in der Innenstadt auf Prügeltour begeben haben sollen. Die Folge: ein bundesweites Medienecho und Diskussionen bis in höchste Parteigremien.

Das Interesse bei den Amberger selbst habe stark nachgelassen, sagte Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU). Den Medienhype hätten die Amberger schon Anfang des Jahres nicht verstanden. Der Oberbürgermeister will nun das Image der Stadt aufpolieren.

"Natürlich ist die Medienpräsenz bundesweit unter Stichwörtern wie Prügel-Attacke nichts Positives für eine Stadt", so Cerny. Man dürfe es aber auch nicht überschätzen. Die Integration laufe nach wie vor genauso gut wie in anderen Städten.

Soziale Netzwerke: Als Rechtsradikale durch Amberg marschierten

Zwischenzeitlich kursierten Anfang des Jahres sogar Fotos in den sozialen Netzwerken, wie Rechtsradikale aus Nürnberg durch Amberg patrouillierten. Eine Demonstration, um offensichtlich Stimmung zu machen gegen Asylbewerber. "Man sieht, wie das dann auch instrumentalisiert wird. Für unsere Stadt ist das überhaupt nicht typisch", berichtete Oberbürgermeister Cerny.

Verdächtige sind abgelehnte Asylbewerber

Die vier Verdächtigen lebten zum Zeitpunkt der Tat gar nicht in Amberg. Sie kannten sich aus Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Polizei hatte Schwierigkeiten ihre Wohnorte herauszubekommen. Zwei der Männer wohnen in Auerbach und Regensburg, bei den anderen beiden mutmaßlichen Tätern konnte kein fester Wohnort ermittelt werden.

Alle vier Männer sind abgelehnte Asylbewerber. Bei einem bestehe die rechtliche Möglichkeit einer Abschiebung, betonten die Ermittler. Die Staatsanwaltschaft wird aber alle Verdächtigen bis zum Ende des Verfahrens in Haft in Deutschland lassen.

Zeugen stellten Handyvideos zur Verfügung

Vergangene Woche wurde Anklage erhoben. Das Amtsgericht muss nun entscheiden, ob sie das Hauptverfahren eröffnet, also ob es einen Prozess geben wird. Dabei müssten dann viele Zeugen aussagen. Die Ermittler befragten eine "nahezu dreistellige Anzahl".

Die Polizei bedankte sich bei Zeugen, die auch Handyvideos zur Verfügung gestellt hatten. Zudem hätten mehrere Geschädigte Zivilcourage gezeigt, seien den Geschlagenen und Getretenen zu Hilfe geeilt und seien dann selbst Opfer geworden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft attackierten die Asylbewerber 15 Menschen, verletzten diese etwa am Kopf und lösten bei den Opfern Schlafstörungen aus. Sechs Personen seien zudem beleidigt worden.