| BR24

 
 
© picture-alliance/dpa

Symbolbild Gericht

Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Laut Anklage hat der Lehrer Prüfungsaufgaben an den Sohn seiner Freundin weitergegeben. Die Frau wurde wegen Anstiftung zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt, sie schwieg vor Gericht.

Plötzlich die beste Note in der Prüfung

Aufgeflogen war der Schwindel, weil der Schüler, sonst ein Fünfer-Kandidat, auf einmal die beste Note in der Deutschprüfung schrieb – und andere Lehrer Misstrauen schöpften. "Der Sachverhalt ist klar", so Richter Walter Hell in seiner Urteilsbegründung, die Kripo habe umfangreich ermittelt und  der Angeklagte habe ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Liebesfalle?

Ohne seine Geliebte wäre der Angeklagte nie auf die Idee gekommen, so etwas zu machen, stellte der Richter klar. Der 44-Jährige habe glaubhaft geschildert, dass er die Frau heiraten wollte. Die aber habe unter falschen Namen und "falscher Legende" als angebliche Staatsanwältin monatelang an seiner Seite gelebt.

Der Richter kritisierte auch, dass die Mutter versucht habe, dem Sohn zu vermitteln, dass man mit Unterschleif weiterkommen könnte. "Das ist nicht die Pädagogik, die wir uns wünschen", so der Richter.

Womöglich ins Gefängnis?

Am Rand des heutigen Prozesses wurde bekannt, dass ein anderes Verfahren gegen den Angeklagten noch aussteht. Dabei geht es um die Unterschlagung von Geldern eines Berufsverbandes. Auch hier wird das Gericht klären müssen, welche Rolle die Lebensgefährtin des Lehrers gespielt hat. Und ob der Lehrer dann womöglich ins Gefängnis muss.

Lehrer ist suspendiert und arbeitet als Kassierer

Der 44-Jährige ist suspendiert. Derzeit arbeitet er als Kassierer im Supermarkt und gibt nebenher Nachhilfe. Bislang leben er und die Frau noch mit ihren Kinder und einem gemeinsamen Baby unter einem Dach zusammen. Der Sohn hat inzwischen einen Ausbildungsplatz bekommen – auch ohne mittlere Reife.