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Brückeneinsturz von Schraudenbach: Der Prozess beginnt | BR24

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Nach dem Unglück an der A7-Autobahnbrückenbaustelle bei Schraudenbach im Landkreis Schweinfurt im Juni 2016 müssen sich jetzt drei Ingenieure vor Gericht verantworten. Ein Gutachten war zu dem Schluss gekommen, dass ihnen Fehler bei der Planun

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Brückeneinsturz von Schraudenbach: Der Prozess beginnt

Der Einsturz der Autobahnbrücke bei Schraudenbach im Juni 2016 beschäftigt ab heute das Landgericht Schweinfurt. Bei dem Unglück war ein Arbeiter ums Leben gekommen, etliche wurden verletzt. Angeklagt sind zwei Prüfingenieure und ein Bauingenieur.

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Am 15. Juni 2016 war bei Betonierungsarbeiten für eine neue Brücke das Traggerüst eingestürzt. 13 Arbeiter stürzten 22 Meter in die Tiefe, einer kam ums Leben. Jetzt beschäftigt sich das Landgericht Schweinfurt mit den Ursachen und der Schuldfrage. Im Raum stehen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung.

Den 45-, 47- und 56-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, die Statik eines Traggerüstes nicht ausreichend geprüft zu haben. Laut einem Gutachten hatte eine Gerüststütze versagt. Dieses Element war für sogenannte Horizontalsteifigkeit nicht ausreichend stark ausgelegt. So wurde dieses Element instabil und es kam zum Einsturz der Konstruktion.

Viele Verletzte und ein Toter

Nachdem 1.500 Tonnen Beton auf einem Bauabschnitt eingefüllt, verteilt, verdichtet und geglättet waren, bracht das Traggerüst zusammen. Dabei kam ein 38-jähriger kroatischer Arbeiter ums Leben. Drei Bauarbeiter wurden lebensgefährlich, sechs schwer und drei leicht verletzt. Außerdem wurden zwei Arbeiter am Boden leicht verletzt.

Den Angeklagten wird zur Last gelegt, die Statik nicht mit der erforderlichen und zumutbaren Sorgfalt berechnet zu haben. Den Prüfingenieuren wird vorgeworfen, die Statikberechnung und die Ausführungszeichnung gar nicht überprüft zu haben.

Bauarbeiter als Zeugen

Zu dem Prozess mit insgesamt zwölf Verhandlungstagen sind 18 Zeugen und zwei Gutachter geladen. Weiterhin gibt es vier Nebenklagen. Bei den Zeugen sind hauptsächlich die damals verletzten kroatischen Arbeiter geladen. Der Neubau des betreffenden Brückenabschnitts ist seit November 2017 fertig.

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Nach dem tragischen Unglück an der A 7 Autobahnbrückenbaustelle bei Schraudenbach im Landkreis Schweinfurt im Juni 2016 mit einem Toten und 14 zum Teil Schwerverletzten müssen sich jetzt drei Ingenieure vor Gericht verantworten.

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Nach dem Einsturz der Autobahnbrücke bei Schraudenbach (Lkr. Schweinfurt) beginnt heute der Prozess. Vor dem Landgericht Schweinfurt müssen sich zwei Prüfingenieure und ein Bauingenieur verantworten.