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Prozessbeginn gegen falschen Polizisten in Nürnberg | BR24

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Silhouette eines Mannes mit Telefonhörer (Symbolbild)

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    Prozessbeginn gegen falschen Polizisten in Nürnberg

    Weil er sich als Polizist ausgegeben hatte, um andere um ihr Geld zu bringen, muss sich ein 27-Jähriger ab heute vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Insgesamt soll der Mann gemeinsam mit seinen Komplizen fast 400.000 Euro erbeutet haben.

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    Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten gewerbsmäßigen Bandenbetrug in mehreren Fällen vor. Er soll Teil einer organisierten Bande gewesen sein. Anrufer aus der Türkei sollen sich als Polizeibeamte ausgegeben haben und ihren Opfern vorgetäuscht haben, dass sie Ziel eines geplanten Einbruchs seien. Die Opfer sollten daraufhin Bargeld und Wertsachen zum Beispiel vor ihre Haustür legen, wo sie von Polizisten „sicherheitshalber“ abgeholt würden. Der Angeklagte sei dann zu den entsprechenden Orten gefahren und habe die Wertgegenstände abgeholt. Laut Staatsanwaltschaft hat sich die Bande darauf spezialisiert, vor allem ältere Menschen um ihr Vermögen zu bringen.

    90-Jährige um 140.000 Euro betrogen

    Eine 90-jährige Nürnbergerin traf es dabei am härtesten: Nachdem sie für den vermeintlichen Polizisten bereits 40.000 Euro in bar vor ihre Wohnungstür gelegt hatte, erhielt sie zwei Tage später einen zweiten Anruf. Der Anrufer behauptete dieses Mal, ein Sparkassenmitarbeiter stünde mit den angeblichen Einbrechern unter einer Decke. Daraufhin entnahm die Frau ihrem Bankschließfach Goldbarren im Wert von 100.000 Euro und übergab sie dem Angeklagten, so die Staatsanwaltschaft.

    Komplize bereits verurteilt

    Einer der Komplizen des 27-Jährigen wurde bereits verurteilt, gegen weitere laufen noch Ermittlungen. Das Gericht hat acht Verhandlungstermine angesetzt. Das Urteil soll voraussichtlich am 31. Juli verkündet werden.