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Prozessauftakt in Passau: Freundin auf Wunsch ertränkt | BR24

© BR/Katharina Häringer

Am Passauer Landgericht hat ein Prozess um Tötung auf Verlangen begonnen. Eine Frau soll ihre Freundin auf deren Wunsch hin ertränkt haben.

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Prozessauftakt in Passau: Freundin auf Wunsch ertränkt

Am Landgericht Passau hat ein Prozess um zwei Frauen begonnen, die Suizid begehen wollten. Als der Selbstmordversuch scheiterte, soll die eine die andere auf deren Wunsch ertränkt haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von Tötung auf Verlangen.

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Zwei Freundinnen wollten sterben, am Ende überlebt eine. Diese Frau muss sich seit heute vor dem Landgericht Passau verantworten. Sie soll ihre Freundin auf deren Wunsch im Rannasee bei Wegscheid im Landkreis Passau ertränkt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der 24-jährigen Angeklagten Tötung auf Verlangen vor.

Angeklagte legte Geständnis ab

Im August vergangenen Jahres sollen die beiden damals 23 Jahre alten Frauen aus Österreich zunächst gemeinsam versucht haben, sich das Leben zu nehmen, indem sie mit dem Auto in den Rannasee fahren wollten. Doch der Wagen blieb im Schlamm stecken. Laut Anklage soll dann die eine Frau die andere gebeten haben, sie zu ertränken, was die heute 24-Jährige nach eigenen Angaben dann auch tat. Die Angeklagte legte ein Geständnis ab.

Frage nach Schuldfähigkeit soll geklärt werden

Ein Angler fand die Täterin am frühen Morgen bewusstlos im Auto vor. Beide Frauen hatten laut Landgericht Tabletten geschluckt. Im Prozess wird es auch darum gehen, ob die Angeklagte zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war.

Offenbar schon zuvor Suizidversuche

Es soll nicht der erste Suizidversuch der beiden gewesen sein. Schon in Österreich sollen die Frauen mehrmals versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Sie sollen beide in Behandlung gewesen sein. Die Mutter der Toten tritt als Nebenklägerin auf. Es sind vier Verhandlungstermine angesetzt. Das Urteil soll am 3. November gesprochen werden.

© BR/Katharina Häringer

Der Rannasee, an dem die beiden jungen Frauen Suizid begehen wollten

Der Bayerische Rundfunk berichtet - vor allem wegen möglicher Nachahmer-Effekte - in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer die zuständige Redaktion sieht es durch die Umstände der Tat geboten. Sollten Sie selbst Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Beratung erhalten Sie unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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