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Prozessauftakt in Nürnberg: Trio wollte Vater foltern | BR24

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Justizgebäude Nürnberg

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Prozessauftakt in Nürnberg: Trio wollte Vater foltern

Emotionaler Auftakt eines schwierigen Prozesses in Nürnberg: Zwei Männer und ein Jugendlicher müssen sich seit Freitag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Das Trio soll versucht haben, den Vater des einen Angeklagten zu foltern.

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Von
  • Martin Hähnlein
  • Florian Deglmann

Weil sie versucht haben sollen einen Mann zu foltern, müssen sich zwei Männer und ein Jugendlicher seit Freitag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Trio den Vater des jugendlichen Angeklagten foltern wollte.

Zu Prozessbeginn ließen die Angeklagten über ihre Verteidiger mitteilen, dass sie die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend einräumen. Anschließend folgten unter Tränen die Zeugenaussagen des Opfers und seiner Tochter. Wie Gerichtssprecher Friedrich Weitner dem Bayerischen Rundfunk sagte, sitzt der Schock bei den Betroffenen immer noch tief.

Komplizen im Internet gefunden

Der damals 14-jährige Angeklagte habe demnach massive Probleme mit seinem Vater gehabt und sollte in einer Jugendeinrichtung untergebracht werden. Um das zu verhindern, sollte der Vater gefoltert werden, so der Vorwurf. Seine beiden Komplizen soll der Jugendliche im Internet kennengelernt haben.

Streit mit Vater

Am Tag vor Silvester 2019 hatte der Jugendliche zum wiederholten Mal Streit mit seinem Vater und nahm ihn zuerst in den Schwitzkasten, ehe er ihn den Ermittlern zufolge mit einem Messer bedrohte. Anschließend soll er mit einem Deospray und einem Feuerzeug eine Stichflamme ausgelöst haben, die den Vater aber verfehlte. Der 14-Jährige flüchtete aus der Wohnung, wurde aber kurz darauf von der Polizei aufgegriffen und in eine Noteinrichtung für Jugendliche gebracht.

Schreckschusspistole und Hammerstiel

In der Zwischenzeit hatten sich seine beiden 21 und 23 Jahre alten Bekannten aus Köln auf den Weg nach Franken gemacht. Sie sollen den Vater des Jugendlichen mit einer Schreckschusspistole bedroht und ihn mit einem Hammerstiel geschlagen und gedrosselt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie den Vater zunächst foltern und dann töten wollten.

Unfall bei Flucht mit dem Auto

Vor Ort hätten sie aber von der Tötungsabsicht Abstand genommen. Sie flüchteten mit dem Auto des Vaters, ehe sie bei Ottensoos (Lkr. Nürnberger Land) in eine Lagerhalle krachten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio unter anderem schwere Körperverletzung sowie schweren Raub und Freiheitsberaubung vor. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil soll am 27. Januar verkündet werden.

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Auftakt zu einem verzwickten Prozess in Nürnberg: Zwei Männer und ein Jugendlicher müssen sich vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Trio den Vater des einen Angeklagten foltern wollte.

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