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Autoraser-Prozess in Passau: Kein Deal in Sicht | BR24

© BR/Christian Riedl

Am Landgericht Passau hat die Berufungsverhandlung gegen zwei junge Männer begonnen, die wegen eines illegalen Autorennens zu Haftstrafen verurteilt worden waren.

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Autoraser-Prozess in Passau: Kein Deal in Sicht

Nachdem zwei Männer wegen eines illegalen Autorennens vom Amtsgericht Passau verurteilt worden waren, ist der Prozess jetzt in der nächsten Instanz fortgesetzt worden. Das Gericht hört nun erneut verschiedene Zeugen.

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Am Landgericht Passau hat die Berufungsverhandlung gegen zwei junge Männer begonnen, die wegen eines illegalen Autorennens zu Haftstrafen verurteilt worden waren. Sowohl die beiden Verurteilten, als auch die Staatsanwaltschaft wollen das Urteil des Amtsgerichts von der nächsthöheren Instanz, dem Landgericht, überprüfen lassen.

Beide Seiten mit Urteil des Amtsgerichts unzufrieden

Die Strafverteidiger der beiden Angeklagten erklärten zum Prozessauftakt, ihre Mandanten hätten nicht wegen eines illegalen Autorennens verurteilt werden dürfen. Auch die Staatsanwaltschaft zeigte sich mit dem Urteil des Amtsgerichts unzufrieden. Sie ist der Ansicht, dass weit höhere Strafen hätten verhängt werden müssen.

Urteil des Amtsgerichts: Es war ein illegales Rennen

Die beiden 19 und 30 Jahre alten Angeklagten waren Anfang dieses Jahres vom Amtsgericht in Passau zu einem Jahr und fünf Monaten auf Bewährung beziehungsweise zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht war davon überzeugt, dass sich die beiden Männer in Passau ein illegales Rennen geliefert hatten, bei dem es zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen war.

Schwerer Unfall im August 2018

Die beiden Männer kannten sich nicht, an einer Roten Ampel hatten sie nach Ansicht des Amtsgerichts mit Gasgeben im Leerlauf und Blickkontakten ein Rennen vereinbart. In der Folge hatten sie laut Anklage auf mehr als 130 Stundenkilometer beschleunigt.

Der jüngere der beiden Angeklagten verlor die Kontrolle über sein 210-PS starkes Auto und prallte mit hoher Geschwindigkeit in den entgegenkommenden Wagen einer Frau. Die 58-Jährige leidet bis heute an den körperlichen und seelischen Folgen des Unfalls im August 2018. Bei dem Zusammenstoß wurden außerdem die Enkelin der Frau und zwei weitere Personen verletzt, die in einem weiteren Auto, das in den Unfall verwickelt wurde, saßen.

Der andere Angeklagte war mit einem 400-PS-Auto unterwegs. Er will von dem Unfall nichts mitbekommen haben und war weiter gefahren. Er bestreitet, dass es ein illegales Rennen oder eine Absprache gab.

Mitte November ist ein weiterer Verhandlungstermin angesetzt.