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Uhrmacherhäusl: Richterin zweifelt an Schuld des Eigentümers | BR24

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Das "Uhrmacherhäusl" in München-Giesing ist zum Symbol geworden für Profitgier im Immobilienmarkt: 2017 wurde das denkmalgeschützte Haus ohne Genehmigung abgerissen. Die Stadt will, dass es der Eigentümer wieder aufbaut. Dagegen klagt er.

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Uhrmacherhäusl: Richterin zweifelt an Schuld des Eigentümers

In München hat der Prozess um das vor zwei Jahren in Giesing widerrechtlich abgerissene Uhrmacherhäusl begonnen. Es stand unter Denkmalschutz. Zuvor hatten sich die Richter des Verwaltungsgerichts vor Ort ein Bild gemacht.

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Nachdem sich die Richter sowie die beteiligten Parteien am Morgen bei einem Lokaltermin ein Bild von den Überresten des vor zwei Jahren zerstörten denkmalgeschützten Uhrmacherhäusls gemacht hatten, begann am Nachmittag die mündliche Verhandlung am Münchner Verwaltungsgericht. Die Stadt München fordert von dem Eigentümer den Wiederaufbau.

Komischer Beigeschmack bei der Häusl-Zerstörung

Dagegen hatte der Eigentümer des zerstörten Uhrmacherhäusls geklagt. Obwohl das Urteil erst am Dienstagvormittag bekannt gegeben werden soll, ließ die Richterin in der mündlichen Verhandlung eine deutliche Tendenz zugunsten des klagenden Eigentümers durchblicken. Zwar befand auch sie, dass die Umstände, unter denen das Uhrmacherhäusl zerstört wurde, einen komischen Beigeschmack hätten. Doch hätte sich die Stadt München mit dem Wiederaufbaubescheid zuerst an den Bauunternehmer wenden müssen, denn dieser hatte mit seinem Bagger das Haus zum Einsturz gebracht. Die Stadt entgegnete, dass man davon ausgehe, dass der Bauunternehmer einen Wiederaufbau nicht leisten könne und sich im Falle eines Bescheides in die Türkei absetzen würde.

Beginn eines jahrelangen Rechtsstreits?

Die Richterin wiederum lehnte den Einwand als Behauptung ab, die durch nichts belegt sei. Grundsätzlich regte das Gericht eine außergerichtliche Einigung an, was bei den Zuhörern zu einem großen Raunen führte. Viele von ihnen waren Anwohner aus Giesing, die sich einen Wiederaufbau des Uhrmacherhäusls im Originalzustand wünschen. Doch ob das so kommt, ist ungewiss. Denn die Verhandlung heute könnte nach Ansicht der Richterin der Beginn eines jahrelangen Rechtsstreits werden. Zusätzlich läuft bei der Staatsanwaltschaft noch ein Ermittlungsverfahren gegen den Eigentümer.