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Prozess um toten Dreijährigen: Beweisaufnahme geht weiter | BR24

© BR/Judith Zacher
Bildrechte: pa/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Als liebevoll beschreibt die Mutter des Dreijährigen ihren Ex Partner. Er ist angeklagt wegen Totschlags: Er soll den Buben so misshandelt haben, dass er starb.

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Prozess um toten Dreijährigen: Beweisaufnahme geht weiter

Er soll den Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin so misshandelt haben, dass der Dreijährige starb. Ein 24-Jähriger steht deshalb vor dem Augsburger Landgericht. Mit weiteren Zeugen versucht das Gericht, den Todestag des Kindes zu rekonstruieren.

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Von
  • Judith Zacher
  • Beate Mangold

Mit der Vernehmung weiterer Zeugen wird die Beweisaufnahme im Prozess gegen einen 24 Jahre alten Dillinger vor dem Augsburger Landgericht fortgesetzt. Er soll den drei Jahre alten Sohn seiner ehemaligen Lebensgefährtin im Oktober 2019 entweder so stark geschüttelt oder geschlagen haben, dass er Stunden später im Krankenhaus starb. Zu diesem Schluss kommt ein rechtsmedizinisches Gutachten.

Angeklagter wurde als liebevoll beschrieben

Der 24-Jährige ist deshalb wegen Totschlags und Misshandlung Schutzbefohlener angeklagt. Dabei haben ihn seine eigene Mutter, die Mutter des getöteten Dreijährigen und andere Zeugen aus seinem Umfeld vor Gericht als äußerst fürsorglich beschrieben. Er sei im Umgang mit den Kindern sehr geduldig und liebevoll gewesen, habe sie nie geschlagen. Die Kinder, insbesondere der dreijährige Ben, hätten ihn sehr gemocht.

Mutter war am Tattag nach Füssen gefahren

Der Angeklagte schweigt bisher vor Gericht zu den Vorwürfen. Heute sollen die Bekannten der Mutter des Dreijährigen aussagen, die mit ihr am Tag der Tat unterwegs waren. Den Aussagen der Mutter zufolge war sie mit ihnen nach Füssen gefahren, um dort zwei Pferde zu kaufen. Als sie zurückkam, rief ihr damaliger Partner sie an und bat sie, den Notarzt zu rufen, da der kleine Ben bewusstlos geworden sei, so die Mutter in ihrer Aussage.

Notarzt wurde skeptisch und rief die Polizei

Die Ärzte konnten sich den Zustand des Kindes medizinisch nicht erklären. Hinzu kam, dass in der Wohnung große Unordnung geherrscht habe. Das habe ihn skeptisch gemacht, berichtete einer der beiden Notärzte vor dem Augsburger Landgericht. Er habe deshalb die Polizei gerufen. Die kleine Schwester des Jungen wurde noch am selben Abend vom Jugendamt in Obhut genommen und ist seitdem in einem Kinderheim untergebracht.

Mutter wurde schon früher vom Jugendamt betreut

Die psychisch labile Mutter sagte vor Gericht, sie besuche ihre Tochter jeden Tag. Sie schilderte auch ihre chaotische Vergangenheit mit verschiedenen Partnern. Alkohol, Drogen, Suizidgedanken und Selbstverletzungen hätten eine große Rolle in ihrem Leben gespielt. In ihrem vorigen Wohnort, Halle an der Saale, war sie vom Jugendamt betreut worden. Die Betreuung wurde ihrer Aussage nach jedoch beendet, weil sie nicht mitarbeitete.

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