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Prozess um tödlichen Wiesn-Streit: "Mit Schmackes" zugeschlagen | BR24

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Der Prozess um den tödlichen Wiesn-Streit hat mit einem Geständnis des Angeklagten begonnen. Der 43-jährige Münchner, der sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten muss, schildert die Tat aber anders, als die Staatsanwaltschaft.

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Prozess um tödlichen Wiesn-Streit: "Mit Schmackes" zugeschlagen

Der Prozess um den tödlichen Wiesn-Streit hat mit einem Geständnis des Angeklagten begonnen. Der 43-jährige Münchner, der sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten muss, schildert die Tat aber etwas anders als die Staatsanwaltschaft.

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Zum dem Streit mit einem 58-jährigen Fürstenfeldbrucker war es beim Rauchen vor dem Zelt gekommen. Zuerst sei es dort lustig gewesen. Aber der andere habe dann „so eine nervige Art“ gehabt, die Frau eines Kollegen angemacht, und ihm selbst habe er zweimal „gegen die Brust getatscht“, sagt der Angeklagte.

Angeklagter: "Habe meine Kraft unterschätzt"

Dann habe er seinerseits ausgeholt. Allerdings sei es keinesfalls ein Faustschlag gegen den Kopf gewesen. Wohl mit dem Handballen habe er seinen Kontrahenten getroffen, freilich schon „mit Schmackes“.

Und der 1,90-Meter-Mann, mehr als 100 Kilo schwer, sagt auch noch: „Ich habe wahrscheinlich meine Kraft unterschätzt“. Der andere sei aber wieder aufgestanden. Dass er danach bewusstlos wurde und an einer Hirnblutung starb, will der Angeklagte erst am nächsten Tag erfahren haben. Er stellte sich der Polizei und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Gefängnis, Drogen, Alkohol und Medikamente

Der Gerüstbauer war schon einmal im Gefängnis. Als er seinen Lebenslauf schildert, ist auch immer wieder von Drogen die Rede, von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Auch am Tattag hatte er Schmerzmittel genommen und Bier getrunken - beim Oktoberfest selbst drei Maß, vor dem verhängnisvollen Streit.

Todesursache Hirnblutung

Der Münchner soll am Ausgang vom Augustinerzelt mit einem 58-jährigen Fürstenfeldbrucker in Streit geraten sein und ihm plötzlich mit voller Wucht die Faust gegen den Kopf geschlagen haben.

Laut Staatsanwaltschaft konnte sich das Opfer noch einmal aufrappeln, fiel aber kurz danach regungslos zu Boden. Zwei Ärzte, die privat auf dem Oktoberfest waren, leisteten sofort Erste Hilfe und versuchten, den Fürstenfeldbrucker wiederzubeleben.

Im Krankenhaus konnte aber nur noch sein Tod festgestellt werden. Der Mann war an einer Hirnblutung gestorben. Der mutmaßliche Täter war nach der Schlägerei in der Menge verschwunden, stellte sich aber später selbst der Polizei.

Im Netz wurde danach wild spekuliert – es habe einen Messerangriff gegeben, ein Asylbewerber sei verantwortlich. Ein Gerücht ohne Grundlage: Der Angeklagte ist Deutscher, das Urteil soll Anfang Juli fallen.

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Eine tödliche Schlägerei beim Oktoberfest beschäftigt ab heute das Landgericht München. Ein 43-jähriger Wiesn-Besucher ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt.

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