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Prozess um Tod eines Kleinkinds: Revision gegen Urteil eingelegt | BR24

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Prozess um toten Dreijährigen aus Dillingen

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    Prozess um Tod eines Kleinkinds: Revision gegen Urteil eingelegt

    Zu fast zehn Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge hatte das Landgericht Augsburg vergangenen Freitag einen 24 Jahre alten Mann aus Dillingen verurteilt. Seine Verteidiger haben jetzt Revision gegen dieses Urteil eingelegt.

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    Von
    • Judith Zacher
    • Veronika Scheidl

    Vergangenen Freitag war der angeklagte 24-Jährige aus Dillingen wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gesprochen worden. Das Landgericht Augsburg hatte es als erwiesen angesehen, dass der Mann den drei Jahre alten Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin durch heftige Schläge so stark verletzt hat, dass der Junge gestorben ist.

    Deswegen hatte das Gericht ihn zu einer Haftstrafe von neun Jahren und neun Monaten verurteilt. Doch gegen dieses Urteil haben die Verteidiger des Mannes nun Revision vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe eingelegt.

    Revision gegen Urteil

    Anwalt Felix Dimpfl will das Urteil auf Rechtsfehler überprüfen lassen. Er sagte dem BR, das Strafmaß sei für eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu hoch. Außerdem kritisiert er die Art und Weise des Richters, mit dem Angeklagten zu sprechen, dieser habe ihm bei seinen teils "philosophischen Ausführungen" nicht folgen können.

    Verteidiger kritisiert den Richter

    Die Bemerkung des Richters, er weiche von dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von elf Jahren Haft nur ab, damit die Presse dem Gericht keine Ideenlosigkeit vorwerfe, bezeichnet Dimpfl als äußerst merkwürdig.

    Gewundert habe ihn auch, dass der Richter erst 20 Minuten auf seinen Mandanten eingeredet habe, doch endlich eine Aussage zu machen, dessen Einlassung er dann aber nicht als Geständnis gewertet habe, weil es "kein Geständnis war, wie es gewünscht war". Das seien Dinge, die "neben der Sache“ seien, sagt Anwalt Dimpfl. Er rechnet damit, dass die Überprüfung durch den Bundesgerichtshof mehrere Monate in Anspruch nehmen wird.

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