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Prozess um Schmiergeld und Luxusküche für Ex-Stahlwerk-Chef | BR24

© Rundschau

Korruptionsprozess in Augsburg: Ein ehemaliger Chef der Lech-Stahlwerke in Meitingen soll mit mehr als 800.000 Euro bestochen worden sein.

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Prozess um Schmiergeld und Luxusküche für Ex-Stahlwerk-Chef

In Schwaben soll ein ehemaliger Chef der Lech-Stahlwerke bei einem Auftragnehmer im großen Stil die Hand aufgehalten haben. Es geht um mehrere Hunderttausend Euro und eine Luxusküche. Drei Angeklagte stehen in Augsburg vor Gericht.

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Ein ehemaliger Chef der Lech-Stahlwerke im schwäbischen Meitingen soll mit mehreren hunderttausend Euro und einer privaten Luxusküche bestochen worden sein. Zusammen mit einem weiteren Unternehmer und einem Steuerberater steht der 55-Jährige wegen Korruptionsvorwürfen im Umfang von mehr als 800.000 Euro in Augsburg vor Gericht.

Lech-Stahlwerke mit falschen Rechnungen geschädigt

Die Männer sollen die Lech-Stahlwerke mit überhöhten Rechnungen geschädigt haben. So sollen Leistungen, die nie erbracht wurden, abgerechnet worden sein. Der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, die die Aufträge erhielt, soll dann laut Anklage den so geschaffenen Bestechungslohn an den 55-Jährigen Manager der Stahlwerke gezahlt haben.

Schmiergeld und Luxusküche

Wie die Staatsanwältin zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Augsburg erläuterte, wurde das Geld teilweise in bar übergeben. Zudem sei der Stahlwerkschef heimlich an dem Unternehmen des Auftragnehmers beteiligt worden. Insgesamt geht es in dem Verfahren um mehr als eine Dreiviertelmillion Euro Schmiergeld. Zudem soll der Stahlwerkschef von dem Subunternehmen eine fast 60.000 Euro teure Küche in seine Privatwohnung eingebaut bekommen haben. Auf der Rechnung des Küchenstudios sei dies als "Erweiterung der Betriebskantine" des Stahlwerks verschleiert worden.

Angeklagte seit dem vergangenen Jahr in Untersuchungshaft

Mit dem Ex-Stahlwerkschef steht auch der Geschäftsführer der beauftragten Unternehmensgruppe vor Gericht. Zudem ist ein Steuerberater angeklagt, der an dem Bestechungssystem mitgewirkt haben soll. Alle drei Angeklagten sitzen wegen der Vorwürfe in Untersuchungshaft.

Weiterer Stahlwerk-Mitarbeiter soll Schmiergeld verlangt haben

Die Unternehmensgruppe soll für die Lech-Stahlwerke Aufträge im Umfang von teilweise zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr beispielsweise im Zusammenhang mit der Errichtung eines Lagers und dem Bau einer Schlacke-Deponie erledigt haben. Der Verteidiger des Geschäftsführers der Unternehmensgruppe räumte vor Gericht ein, dass das Geschäftsverhältnis zu dem Stahlunternehmen von Zahlungen abhängig gewesen sei. Das Schmiergeld soll ein weiterer früherer Verantwortlicher des Stahlwerks, der inzwischen gestorben ist, verlangt und die Übergabe eingefädelt haben. Hätte sein Mandant nicht gezahlt, hätte ihm die Insolvenz gedroht, sagte der Rechtsanwalt.

Steuerberater bestreitet, von illegalen Praktiken gewusst zu haben

Der Steuerberater erklärte, er sei immer davon ausgegangen, dass es um korrekte Vorgänge gehe. Er habe den Angaben der Mitangeklagten vertraut und habe nie wissentlich an Straftaten mitgewirkt, sagte er.

Ex-Chef der Lech-Stahlwerke will sich noch äußern

Die Verteidiger des Hauptbeschuldigten kündigten an, dass auch ihr Mandant sich noch mit einer Stellungnahme äußern werde. Zu Beginn des Prozesses gab es zunächst noch keine Erklärung des 55-jährigen ehemaligen Lech-Stahlwerke-Chefs.

Steuerhinterziehung in Millionenhöhe angeklagt

Der Auftragnehmer des Stahlwerks und der Steuerberater sind zudem auch wegen Steuerhinterziehung im Umfang von 1,1 Millionen Euro angeklagt. Sie sollen private Darlehen über mehr als zwei Millionen Euro unzulässig als Betriebsausgabe verbucht und den Fiskus dadurch geprellt haben. Die Wirtschaftsstrafkammer hat für den Prozess insgesamt 19 Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könnte im Mai fallen. Ein Sprecher der Lech-Stahlwerke erklärte, das Unternehmen nehme zu dem laufenden Verfahren keine Stellung.

mit Material von DPA

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