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Prozess um Prügel-Attacke: Haft- und Bewährungsstrafen gefordert | BR24

© BR/Margit Ringer

Im Prozess um die Prügel-Attacke von vier jungen Asylbewerbern Ende Dezember in Amberg sind die Plädoyers gehalten worden. Für drei der vier Angeklagten forderte die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen, einer soll ins Gefängnis.

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Prozess um Prügel-Attacke: Haft- und Bewährungsstrafen gefordert

Im Prozess um die Amberger Prügel-Attacke Ende Dezember durch vier Asylbewerber sind die Plädoyers gehalten worden. Für drei der vier Angeklagten forderte die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen, ein junger Mann soll ins Gefängnis.

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Im Prozess um die Amberger Prügel-Attacke haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten. Demnach könnten drei der vier Angeklagten bereits am Freitag wieder auf freien Fuß kommen. Die Staatsanwaltschaft Amberg fordert für sie Jugendstrafen zwischen einem halben und eineinhalb Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollen. Für den Haupttäter allerdings soll es eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten geben. Zudem fordert die Staatsanwaltschaft für ihn eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Wahllos Passanten in Amberg angegriffen

Die Afghanen und der Iraner hatten schon zu Prozessbeginn gestanden, Ende Dezember wahllos auf Passanten in Amberg losgegangen zu sein und diese attackiert zu haben. Am Bahnhof, in der Bahnhofshalle, auf dem Vorplatz und in der Innenstadt beleidigten sie zufällige Passanten, ohrfeigten und traktierten sie mit Fäusten und Fußtritten - auch als die Opfer bereits am Boden lagen. Insgesamt wurden 15 Menschen verletzt.

Jugendstrafen als Art Warnschuss

Die Staatsanwältin betonte den Sinn der Jugendstrafen. Dabei stehe der Erziehungsgedanke im Vordergrund. "Da darf es keine Rolle spielen, was die Öffentlichkeit erwartet", sagte sie in Richtung der Medien. Sinn und Zweck der Jugendstrafen sei eine Vermeidung von weiteren Straftaten. Auch Verteidiger Jörg Jendricke sieht eine Vorverurteilung der vier jungen Männer gegeben. "Sie mussten als Galionsfigur für eine vermeintlich verfehlte Asylpolitik herhalten", sagte Jendricke.

Urteil soll am Freitag fallen

Alle vier Verteidiger sind sich einig, dass es sich um Straftaten handele, wie sie fast jedes Wochenende vorkommen. Nämlich dann, wenn junge Männer Alkohol oder auch Drogen konsumieren und eine gewisse Gruppendynamik entsteht. Zwei der jungen Männer ergriffen nach den Plädoyers das Wort und entschuldigten sich noch einmal.

Zugute kommen werden den Angeklagten ihre Geständnisse. Durch sie sei ein aufwendiger Prozess mit mehr als 25 Verhandlungstagen und schwierigen Befragungen der Opfer vermieden worden, hieß es. Das Urteil wird am Freitag um 8.30 Uhr verkündet.