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Prozess um Maurice K.: "Der Junge war nicht mehr zu retten" | BR24

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Eine medizinische Gutachterin hat im Prozess um den toten Schüler Maurice K. Details zur Todesursache bekannt gegeben. Das Verfahren gegen einen Angeklagten wurde zudem eingestellt.

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Prozess um Maurice K.: "Der Junge war nicht mehr zu retten"

Eine medizinische Gutachterin hat im Prozess um den toten Schüler Maurice K. Details zur Todesursache bekannt gegeben. Das Verfahren gegen einen Angeklagten wurde zudem eingestellt.

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Wichtiger Tag im Prozess um den Tod des 15-jährigen Schülers Maurice K.: Eine medizinische Gutachterin äußerte sich zur genauen Todesursache. Laut Obduktion ist der Junge an seinem eigenen Blut erstickt.

Blut im Magen

Die medizinische Gutachterin sprach in ihren Ausführungen von einer "Blutaspiration im Sinne eines Erstickens". Im Magen sei bei der Obduktion jede Menge Blut gefunden worden, auch die Lungen seien mit Blut angefüllt gewesen. Ungewöhnlich sei, dass kein Blut ausgetreten sei und die Verletzungen somit von außen nicht erkennbar gewesen seien. Mehrere Schläge auf den Kopf hätten die Bewusstseinsstörungen beziehungsweise Bewusstlosigkeit des Jungen ausgelöst. Die Leiche des 15-Jährigen wies zudem Einblutungen im Kopfbereich auf. Welche Schläge was verursacht hätten, sei schwer oder nicht zuzuordnen, so die Gutachterin. Aufgrund der schweren Blutungen und der Bewusstlosigkeit sei Maurice K. auch von den Notärzten nicht mehr zu retten gewesen.

Wiederbelebungsversuche waren erfolglos

Ein Passant, der Erste Hilfe geleistet hatte, ein Rettungsassistenz sowie ein Notarzt schilderten heute als Zeugen die dramatischen letzten Minuten im Leben von Maurice K.: Nachdem der Junge bewusstlos geworden war, seien sämtliche Wiederbelebungsversuche erfolglos geblieben. Der Notarzt: "Da gab es keine Herzaktionen und keine Lebenszeichen mehr."

Angeklagter bereits verurteilt

Für einen der insgesamt sechs Angeklagten, die sich unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten müssen, ging der Prozess mit dem heutigen Tag zu Ende. Das Verfahren gegen den 22-Jährigen, der bei der Schlägerei als eine Art Schiedsrichter fungiert hatte, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt. Die im Fall Maurice K. zu erwartende Verurteilung würde im Verhältnis zu einer Verurteilung von vor zwei Monaten nicht ins Gewicht fallen, hieß es in der Begründung. Der junge Mann war damals vom Amtsgericht Passau wegen anderer Delikte zu zwei Jahren Haft beziehungsweise einer Unterbringung in einer Spezialklinik verurteilt worden.

Maurice K. war im April bei einer Schlägerei in einer Passauer Unterführung zu Tode gekommen. Er hatte sich zuvor mit einem der Angeklagten vor über 20 Schaulustigen eine vereinbarte Prügelei geliefert. In die Schlägerei mischten sich drei weitere junge Männer ein.