BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Prozess um Jugendtrainer: Mehrjährige Haftstrafe gefordert | BR24

© BR/Norbert Steiche

Missbrauchsprozess in der Stadthalle Schweinfurt

Per Mail sharen

    Prozess um Jugendtrainer: Mehrjährige Haftstrafe gefordert

    Ein ehemaliger Fußball-Jugendtrainer soll Kinder sexuell missbraucht haben. Vor dem Landgericht Schweinfurt haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung nun ihre Plädoyers gehalten. Beide Seiten fordern eine mehrjährige Jugendstrafe.

    Per Mail sharen
    Von
    • Norbert Steiche

    Einem ehemaligen Jugend-Fußballtrainer aus Bad Kissingen wird vorgeworfen, Kinder misshandelt und sexuell missbraucht zu haben. Außerdem soll er von seinen Schützlingen Nacktaufnahmen verlangt haben. Dafür muss sich der 21-jährige Angeklagte aktuell vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. Nun haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten. Das Urteil wird für nächsten Montag erwartet.

    Staatsanwaltschaft und Verteidigung fordern Haftstrafe

    Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben sich für mehrjährige Haftstrafen wegen Kindesmissbrauchs für den ehemaligen Trainer ausgesprochen. Eine Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monate forderte die Staatsanwaltschaft für den 21-Jährigen, wie ein Gerichtssprecher des Landgerichts Schweinfurt am Mittwoch mitteilte. Die Verteidigung plädierte auf sechs Jahre und sechs Monate Jugendstrafe. Die Plädoyers waren nicht öffentlich.

    Am ersten Prozesstag hatte der Angeklagte alle ihm zur Last gelegten Taten vollständig eingeräumt. Somit musste keines der neun Kinder vor Gericht aussagen. Alle Eltern der neun Kinder treten als Nebenkläger auf.

    Angeklagter soll Kinder sexuell missbraucht haben

    Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem vor, Kinder misshandelt und sexuell missbraucht zu haben. Die Misshandlungen sollen für die Kinder vielfach mit körperlichen Schmerzen verbunden gewesen sein. Die schlimmsten Fälle bewertet die Staatsanwaltschaft als Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch von Kindern.

    Dem Angeklagten wird außerdem vorgeworfen, als Trainer einer Jugendmannschaft von seinen elf bis 14 Jahre alten männlichen Schützlingen zwischen Oktober 2017 und Februar 2020 Nacktfotos verlangt zu haben. Um an die Dateien zu kommen, erfand er laut Staatsanwaltschaft unter anderem die Geschichte, dass er Mitglied einer Sondereinheit sei, die Kinder aus den Fängen eines russischen Kinderpornorings befreien würde. Der ehemalige Jugendtrainer soll den Kindern auch pornografische Bilder von unbekannten Frauen geschickt haben. Außerdem soll er sie besucht und auch von der Schule abgeholt haben.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!