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Prozess um tödliche Attacke vom Königsplatz

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    "Kö-Prozess": "Widerwärtige" Gewaltvideos auf Angeklagten-Handy

    Am vierten Tag des "Kö-Prozesses" sagen weitere Zeugen vor dem Landgericht Augsburg aus. Dabei geht es auch um das Handy des Hauptangeklagten, auf dem "widerwärtige" und gewalttätige Videos gespeichert sein sollen.

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    Von
    • Barbara Leinfelder
    • Veronika Scheidl

    Der vierte Verhandlungstag hatte kaum begonnen, da wurde das Verfahren bereits kurz auf Stopp gestellt: Denn ein Schöffe kennt einen der Zeugen, der heute gehört werden soll. Bei ihm handelt es sich um einen Kommissar der Augsburger Mordkommission. Nach längerer Beratung um den möglicherweise befangenen Schöffen wurde der Kö-Prozess schließlich fortgesetzt, zehn Zeugen sind für den Verhandlungstag geladen.

    "Widerwärtige Videos" auf dem Handy: Frau wird geköpft

    Als Zeuge trat unter anderem auch ein Ermittler und Technikexperte auf, der die Handys der Angeklagten untersucht hatte. Der Zeuge erklärte, dass darauf explizite Gewaltdarstellungen zu sehen seien. Auf dem Telefon des Hauptangeklagten wurden "sehr widerwärtige" Videos gefunden, etwa wie ein Mann festgehalten und ihm von einem Hund der Penis weggebissen wird. Oder ein Video, auf dem eine dunkelhäutige Frau bei vollem Bewusstsein geköpft wird.

    Ermittler finden über 2.500 Videos

    Es sind laut Ermittler auch Videos aus Augsburg gefunden worden, etwa vor der Augsburger Citygalerie, wo sich Jugendliche geprügelt haben sollen. Die zeitliche Zuordnung der Daten sei aber nicht einfach, zumal das Handy zuvor (bis Mitte Oktober 2019) im Besitz des Bruders der 17-jährigen Hauptangeklagten gewesen sei.

    Insgesamt seien über 2.500 Videos auf dem Handy gewesen. Gesichtet worden seien von der Polizei nur Clips von einer gewissen Dateigröße. Gefunden worden sei auch ein Suizidvideo, das zeigt, wie ein Mann "sich mit einer Schrotflinte den Hinterkopf wegschießt, auf den Boden fällt und ausblutet", so zitiert Staatsanwalt Michael Nißl bei der Zeugenbefragung aus den Akten.

    17-Jähriger soll Mann tödlich verletzt haben

    Der mutmaßliche Haupttäter ist angeklagt wegen Körperverletzung mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung, seinen beiden mitangeklagten Freunden wird gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Das Urteil im Kö-Fall könnte bereits am 6. November fallen

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