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Angeklagter mit seinem Anwalt auf der Anklagebank

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    Prozess um Getötete in Traunstein: War es Mord oder Totschlag?

    Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 59-Jährigen aus Bergen hat die Staatsanwaltschaft heute in Traunstein eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung des 61-Jährigen plädierte auf Totschlag mit maximal zwölf Jahren Haft.

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    Von
    • Christine Haberlander
    • BR24 Redaktion

    Plädoyers am Schwurgericht Traunstein zum Tod einer 59-Jährigen aus Bergen. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Angeklagte die Frau ermordet hat - die Verteidigung geht von Totschlag aus.

    Lebenslang oder maximal zwölf Jahre Haft

    Die Staatsanwaltschaft bewertete den Angeklagten am Dienstag als voll schuldfähig und forderte eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes aus Habgier und Heimtücke, sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Der Verteidiger des 61-Jährigen plädierte auf Totschlag und forderte eine Freiheitsstrafe, die nicht über zwölf Jahre hinausgeht. Ein Urteil wird das Schwurgericht am kommenden Freitag (26.03.21) verkünden.

    Angeklagter gesteht Tat - bestreitet aber Mord aus Habgier

    Der gebürtige Traunsteiner hatte die Tat, die er im Januar vergangenen Jahres begangen hatte, schon am ersten Prozesstag zugegeben, er bestritt jedoch sein Opfer, eine Bekanntschaft die durch ein Dating-Portal zustande kam, aus Habgier ermordet zu haben. Der Mann entwendete nicht nur die Handtasche der Frau mit rund 8.000 Euro Bargeld, sondern auch einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag aus dem Safe ihrer Wohnung.

    Damit bezahlte er ausstehende Geldforderungen, wie Reparaturkosten und Mietschulden, und kaufte sich von dem Bargeld ein neues Auto. Der 61-Jährige saß rund 20 Jahre seines Lebens vor allem wegen Einbrüchen und Diebstählen im Gefängnis.

    Tatverdächtiger führte Polizei zur Leiche

    Der mysteriöse Fall der vermissten Frau aus Bergen sorgte in der Region wochenlang für großes Aufsehen. Eine Sonderkommission der Kripo Traunstein mit dem Namen "Soko Manuela" ermittelte wochenlang und wertete einige hundert Spuren aus.

    Im März vergangenen Jahres wurde der tatverdächtige Bekannte der Vermissten in Freilassing festgenommen, er war es auch, der die Polizeibeamten zu der abgelegten Leiche im Wald bei Traunstein führte.

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    Bildrechte: BR / Georg Barth

    Nach Informationen des BRs wurde die Leiche in einem Waldstück in der Nähe von Knappenfeld gefunden, einem Ortsteil von Siegsdorf.

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