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Prozess um gefährliche Stromschläge: 14 Jahre Haft gefordert | BR24

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Ein Würzburger Informatiker muss sich in München vor Gericht verantworten. Er soll Frauen dazu gebracht haben, sich Stromschläge zuzufügen.

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    Prozess um gefährliche Stromschläge: 14 Jahre Haft gefordert

    Ein Informatiker aus Würzburg soll sich als Arzt ausgegeben und Frauen per Skype dazu gebracht haben, sich selbst Stromschläge zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft München fordert 14 Jahre Gefängnis, unter anderem wegen versuchten Mordes.

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    Im Prozess um lebensgefährliche Stromschläge fordert die Staatsanwaltschaft München 14 Jahre Haft für den Angeklagten und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das teilte das Landgericht München II über die nicht-öffentlichen Plädoyers mit. Der Staatsanwalt forderte eine Verurteilung des 30-jährigen Würzburgers wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Titelmissbrauchs und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches. Das Urteil soll am 20. Januar fallen.

    Anwalt: Angeklagter Würzburger ist psychisch krank

    Die Verteidigung legt eine psychische Erkrankung des Angeklagten nahe. Der Anwalt des 30-Jährigen plädierte auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen Titelmissbrauchs und der Erstellung von Bildaufnahmen oder die Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise fahrlässiger versuchter Tötung. Er forderte außerdem, die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zur Bewährung auszusetzen.

    Lebensgefährliche Stromschläge

    Angeklagt ist ein Informatiker aus Würzburg. Er hatte eingeräumt, sich als Arzt ausgegeben und Frauen per Skype dazu gebracht zu haben, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Das Ganze zeichnete er auf. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es ihn sexuell erregte, wenn Frauen durch Strom Schmerzen erlitten. Laut Anklage hatte er behauptet, wissenschaftliche Studien zur Schmerztherapie durchzuführen.

    Insgesamt 88 solcher Taten sind angeklagt, das jüngste Opfer war nach Angaben der Ermittler erst 13 Jahre alt. Die Mädchen und jungen Frauen jagten sich bis zu 230 Volt durch den Körper. Sie schnitten Stromkabel ab und hielten sie an ihre Füße, klebten sich Elektroden an die Schläfe, steckten Nägel in Steckdosen oder fassten an Elektrozäune.