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Prozess um Gattenmord wird fortgesetzt | BR24

© picture alliance/Armin Weigel/dpa

Die Angeklagte im Verhandlungssaal des Landgerichts. Die Zahnärztin muss sich nach dem gewaltsamen Tod ihres Ehemannes vor Gericht verantworten.

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    Prozess um Gattenmord wird fortgesetzt

    Hat sie ihren Ehemann erwürgt oder nicht? Am Landgericht Regensburg wird der Prozess um eine Zahnärztin aus Niederbayern fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ihren Ehemann aus Habgier getötet zu haben.

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    Am Landgericht Regensburg wird der Prozess um den Tod eines 69 Jahre alten Mannes fortgesetzt. Angeklagt ist eine 61-jährige Kinderzahnärztin, die zuletzt zusammen mit ihrem Ehemann in einem Anwesen in Grafentraubach, einem Ortsteil von Laberweinting (Lkr. Straubing-Bogen), gewohnt hatte. Ihr wird vorgeworfen, ihren Mann in der gemeinsamen Villa aus Habgier erwürgt zu haben.

    Zeugen berichten von "zerütteter Ehe"

    Mehrere Zeugen berichteten heute vor dem Landgericht, dass die Ehe der beiden zerüttet gewesen sein soll, so Prozessbeobachter. Eine Mitarbeiterin der Frau sagte, sie habe miterlebt, wie der Mann die Ärztin in ihrer Münchner Praxis niedergemacht habe. Eine psychologische Gutachterin erklärte, die Angeklagte habe ihr von Eheproblemen erzählt. Ihrem Verteidiger zufolge beruft sich die US-Amerikanerin auf Notwehr.

    War ein Komplize beteiligt?

    Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die Zahnärztin ihren Mann tötete. Das Motiv soll Habgier gewesen sein: Nach einer Scheidung hätte sie ihrem Mann die Hälfte des großen Anwesens auszahlen müssen, so die Annahme. Die Staatsanwaltschaft geht außerdem von einem Komplizen aus, der der 61-Jährigen geholfen hatte.

    Leiche konnte wochenlang nicht identifiziert werden

    Die Leiche des Mannes wurde im Herbst 2018 in einem Wald in Tschechien gefunden. Sie konnte wochenlang nicht identifiziert werden, unter anderem weil der Tote keine Zähne hatte. Außerdem gab es keine Vermisstenanzeige, die auf ihn gepasst hätte. Wochen später wurde durch die Seriennummer seines künstlichen Hüftgelenks die Identität des Mannes geklärt.

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