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Prozess um Entführung in der TU München | BR24

© dpa/pa

Hauptgebäude der TU München

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    Prozess um Entführung in der TU München

    Ein 34-Jähriger soll in der TU München seine ehemalige Partnerin als Geisel genommen und und sie mit einem Messer verletzt haben. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht München I schilderte die Frau ein stundenlanges Martyrium.

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    Wegen ihrer Trennung soll ein Mann seine damalige Frau im Sommer 2019 an der Technischen Universität München als Geisel genommen und schwer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 35-jährigen Iraner Geiselnahme sowie gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung vor. Er wollte die Frau dazu zu bringen, ihre Scheidungspläne aufzugeben.

    Vor TU München aufgelauert

    Zuvor soll die Frau soll alles getan haben, um ihrem Ex-Mann nach der Trennung nicht mehr zu begegnen: Sie hatte ein Kontaktverbot erwirkt und war von Niederbayern zum Studieren nach München gezogen. Dort soll ihr der Ex-Partner dann aber aufgelauert und sie in einem Gebäude der Technischen Universität (TU) mehrere Stunden in seiner Gewalt gehabt haben.

    Mit fingierter Säure gedroht

    Er soll ihr dabei immer wieder einen Plastikbeutel mit einer Flüssigkeit vor das Gesicht gehalten haben. Es war Cola - aber laut Anklage hat der Iraner der Frau eingeredet, dass es Säure sei, mit der er sie überschütten werde, so die Staatsanwaltschaft. Er habe sie überreden wollen, zu ihm zurückzukommen, obwohl er wusste, dass sie von ihrem neuen Freund schwanger war.

    Wie die ebenfalls aus dem Iran stammende Frau am ersten Prozesstag vor Gericht schilderte, habe ihr damaliger Mann während der Geiselnahme bei mehreren Familienmitgliedern von ihr angerufen und gedroht, sie umzubringen. 

    Als die Frau unter einem Vorwand auf die Toilette ging, sei die Situation eskaliert. In einer Toiletten-Kabine schlug der Mann laut Staatsanwaltschaft der Frau mit der Faust gegen den Kopf und verletzte sie mit einem Messer im Gesicht, wovon sie heute noch eine Narbe trägt. Schließlich habe eine andere Person eingegriffen und die Frau konnte fliehen.

    Asylantrag des Angeklagten 2018 abgelehnt

    Der Angeklagte äußerte sich zu den Vorwürfen nicht. Er sprach nur von psychischen Problemen, die seine Ex-Frau für erfunden hält. Ein Asylantrag des Angeklagten wurde 2018 abgelehnt. Bei einer Verurteilung droht ihm laut seinem Verteidiger die Abschiebung. Bis zum voraussichtlichen Urteil Ende Mai sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt.

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