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Geständnis im Prozess um Betrug bei Einbürgerungstests | BR24

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Sie sollen unter falschen Identitäten Sprach- und Einbürgerungstests abgelegt haben, um ihren ausländischen Auftraggebern zur deutschen Staatsbürgerschaft zu verhelfen. Vier Männer und eine Frau müssen sich nun am Landgericht München verantworten.

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Geständnis im Prozess um Betrug bei Einbürgerungstests

Sie sollen unter falschen Identitäten Sprach- und Einbürgerungstests abgelegt haben, um ihren ausländischen Auftraggebern zur deutschen Staatsbürgerschaft zu verhelfen. Im Prozess vor dem Landgericht München hat einer der Angeklagten gestanden.

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Im Prozess gegen eine mutmaßliche Schleuserbande wegen Betrugs bei Einbürgerungstests hat zu Prozessbeginn einer der Angeklagten gestanden, Tests für fremde Menschen abgelegt zu haben. "Die Aufgaben waren relativ leicht", sagte der 25 Jahre alte Mann vor dem Landgericht München. Er habe 300 Euro für einen Test bekommen, den er im Namen von Menschen ablegte, die eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland haben wollten. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich alle Tests bestanden habe."

In dem Prozess müssen sich insgesamt vier Männer und eine Frau zwischen 23 und 36 Jahren verantworten. Sie sollen unter falschen Identitäten Sprach- und Einbürgerungstests abgelegt haben.

Betrug an Sprachschulen in ganz Bayern

Die Bande ist laut Staatsanwaltschaft immer nach der gleichen Methode vorgegangen: Die Fotos der Mitglieder, die die Tests schreiben sollten, wurden demnach in die Ausweise der Auftraggeber eingeklebt und so in den Sprachschulen vorgelegt - nicht nur in Einzelfällen, sondern im großen Stil in ganz Bayern und darüber hinaus. Die Bande soll zum Beispiel in München, Ingolstadt, Landsberg, Starnberg, Weilheim, Regensburg und Dillingen aktiv gewesen sein.

Einbürgerungstests für Migranten

Die Mitglieder sollen teilweise gleich mehrere Tests an einem Tag abgelegt haben. Sie schrieben sie der Anklage zufolge für Migranten vor allem aus dem Kosovo, aber auch aus Albanien und dem Irak. Bis zu 5.000 Euro habe sich die Bande dafür zahlen lassen. Vor eineinhalb Jahren wurden die vier Männer und eine Frau als mutmaßliche Täter festgenommen, drei der Männer sitzen noch immer in Untersuchungshaft. Das Urteil soll Ende Juli verkündet werden.

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