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Prozess um Bayern-Ei-Skandal: Ex-Geschäftsführer vor Gericht | BR24

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Am Landgericht in Regensburg hat der Bayern-Ei-Prozess begonnen. Der Fall der niederbayerische Eier-Firma ist wohl einer der größten Lebensmittelskandale der letzten Jahre. Angeklagt ist der Inhaber der niederbayerischen Firma.

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Prozess um Bayern-Ei-Skandal: Ex-Geschäftsführer vor Gericht

Am Regensburger Landgericht hat der Prozess gegen den früheren Chef von "Bayern-Ei", Stefan Pohlmann, begonnen. Es geht um den Verkauf von salmonellenverseuchten Eiern. Zahlreiche Menschen erkrankten. Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück.

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Mit der Verlesung der 75 Seiten umfassenden Anklageschrift hat am Regensburger Landgericht der Prozess um den sogenannten Bayern-Ei-Skandal begonnen. Angeklagt ist der frühere Chef des Unternehmens, Stefan Pohlmann. Es geht um einen Salmonellen-Ausbruch in mehreren europäischen Ländern vor rund fünf Jahren, für den Bayern-Ei verantwortlich sein soll.

Umfangreiche Anklageverlesung

In der Anklageschrift, deren Verlesung fast zweieinhalb Stunden dauerte, sind unter anderem auf zehn Seiten Laborergebnisse aufgelistet, auf die die Staatsanwaltschaft ihre Vorwürfe stützt. 40 Seiten umfasst eine Aufstellung aller Kunden, die Bayern-Ei mit salmonellenbelasteten Eiern beliefert haben soll. Und auf noch einmal fast zehn Seiten sind Fälle von Menschen aus Deutschland, Österreich und Frankreich aufgelistet, die nach dem Verzehr von betroffenen Eiern erkrankt sein sollen.

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BR-Reporter Philipp Grüll zum Bayern-Ei-Prozess in Regensburg. Angeklagt ist der frühere Bayern-Ei-Chef Stefan Pohlmann.

Zahlreiche Erkrankungen und ein Todesfall

Pohlmann, der die Verlesung der Anklageschrift äußerlich unbewegt verfolgte, werden mehrfache gefährliche Körperverletzung - in einem Fall mit Todesfolge - sowie Tierquälerei und Verstöße gegen das Lebensmittelrecht vorgeworfen. Er soll der Anklage zufolge für die massenhafte Auslieferung von salmonellenbelasteten Eiern im Jahr 2014 verantwortlich gewesen sein. Daraufhin sollen mindestens 187 Menschen in mehreren europäischen Ländern erkrankt sein, 40 dieser Fälle kamen jetzt zur Anklage. Ein Mann in Österreich soll an den Folgen einer Salmonellen-Infektion gestorben sein.

Überbelegung in Hühnerkäfigen

Pohlmann wird auch vorgeworfen, deutlich mehr Tiere als genehmigt in seinen Ställen gehalten zu haben. Bei einer Kontrolle wurde der Anklage zufolge festgestellt, dass in einem für 60 Hennen ausgelegten Käfig mehr als 130 Tiere zusammengepfercht waren. Außerdem geht es um mehrfachen gewerblichen Betrug. Laut Anklage soll der Ex-Bayern-Ei-Chef seine Kunden um mehr als fünf Millionen Euro geschädigt haben, weil er sie wissentlich mit den salmonellenbelasteten Eiern belieferte.

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Am Regensburger Landgericht hat der Prozess gegen den früheren Chef von Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, begonnen. Es geht um den Verkauf von salmonellenverseuchten Eiern im Jahr 2014. Zahlreiche Menschen erkrankten.

Verteidigung weist Vorwürfe zurück

Das Publikumsinteresse am ersten Prozesstag war gering. Nur ein gutes Dutzend Zuhörer verfolgte die Verlesung der Anklageschrift. Allerdings waren zahlreiche Journalisten aus Deutschland und Österreich im Gerichtssaal.

Nach der Anklageverlesung gab der Anwalt von Pohlmann, der Münchner Strafverteidiger Ulrich Ziegert, eine Erklärung ab. Darin wies er die Vorwürfe weitgehend zurück: Es gebe keine stichhaltigen Nachweise für die Vorwürfe der Körperverletzung, der Körperverletzung mit Todesfolge und des mehrfachen gewerblichen Betrugs. Der Staatsanwaltschaft sei es bisher nicht gelungen, einen lückenlosen Nachweis zu erbringen, dass die Erkrankten tatsächlich Bayern-Ei-Produkte konsumiert hätten. Unter anderem seien die Lieferketten lückenhaft. Auch die Behauptung der Anklage, dass es sich bei den bei Bayern-Ei festgestellten Salmonellen um einen sehr seltenen Typus gehandelt habe, bestritt der Anwalt.

Am Mittag wurde die Sitzung des Gerichts für den ersten Tag beendet. Die Fortsetzung folgt am Dienstag. Für den Prozess sind zunächst 30 Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte im März kommenden Jahres fallen.

💡 Das war Bayern-Ei

Bayern-Ei war einer der größten Eier-Produzenten in Deutschland. Das Unternehmen unterhielt in Niederbayern drei Legebetriebe mit mehr als einer Million Hennen, und zwar in Niederharthausen im Kreis Straubing-Bogen, in Tabertshausen im Kreis Deggendorf, sowie in Ettling im Landkreis Dingolfing-Landau, dazu noch eine Legehennenfarm im tschechischen Horsovsky (früher Bischofteinitz) und eine Junghennenaufzucht in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau). Ende 2017 gab das Unternehmen bekannt, den Geschäftsbetrieb einzustellen.