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Prozess um Babymord: Vater zu 14,5 Jahren Haft verurteilt | BR24

© BR/Viktoria Wagensommer

Das Landgericht Kempten hat einen 22-jährigen Vater wegen Mordes an seinem kleinen Sohn zu einer Haftstrafe von 14,5 Jahren verurteilt. Der Mann hatte das Baby brutal geschüttelt und geschlagen. Der Angeklagte hat sich für seine Tat entschuldigt.

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Prozess um Babymord: Vater zu 14,5 Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Kempten hat einen 22-jährigen Vater wegen Mordes an seinem kleinen Sohn zu einer Haftstrafe von 14,5 Jahren verurteilt. Der Mann hatte das Baby brutal geschüttelt und geschlagen. Der Angeklagte hat sich für seine Tat entschuldigt.

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Das Urteil ist gefallen: Weil er seinen acht Monate alten Sohn umgebracht hat, ist ein junger Vater aus Kaufbeuren zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sieht den Tatvorwurf des Mordes als erwiesen an, da der 22-Jährige das Kind geschüttelt und mit voller Wucht gegen die Wickelkommode geschlagen hat.

Landgericht spricht von Mord

Bei dieser Handlung muss er nach Ansicht des Gerichts gewusst haben, dass es dadurch zu tödlichen Verletzungen kommt. Der Richter sagte, der 22-Jährige habe "in Menschen verachtender, brutalster Weise das Kind zu Tode gebracht", deshalb sehe er niedrige Beweggründe.

Unterbringung in Entziehungsanstalt

Zu 14 Jahren Haft sei er wegen des Mordes verurteilt worden, zu weiteren sechs Monaten aufgrund des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Das Gericht hat für ihn auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Der Kaufbeurer kann gegen das Urteil noch Revision einlegen.

Verteidigung sieht keine Mordmerkmale

Die Verteidiger hatten für den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von höchstens zehn Jahren gefordert. Im Unterschied zur Staatsanwaltschaft und zur Nebenklage, die für eine lebenslängliche Freiheitsstrafe plädiert hatten, liegen aus Sicht der Verteidigung keine Mordmerkmale vor.

Ihr zufolge habe es keinen vorgefassten Tatplan gegeben. Der heute 22-Jährige sei wegen des Schreiens des Kindes überfordert gewesen und habe im Rahmen eines affektiven Ausnahmezustands gehandelt. Da er über zwei Promille Alkohol im Blut und weitere Drogen konsumiert hatte, sieht die Verteidigung seine Steuerungsfähigkeit vermindert.

Angeklagter Vater entschuldigt sich

Der angeklagte Vater hatte kurz vor dem Ende des Prozesses sein Schweigen gebrochen. Er erklärte, dass er eine schreckliche Tat begangen habe und sich dafür schäme. Es tue ihm leid, was alle miterleben mussten, vor allem die Mutter des Kindes, die bis zu seinem Tod beim acht Monate alten Säugling im Krankenhaus war. Der Angeklagte sagte zudem, auch er vermisse seinen Sohn.