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© dpa/pa/Armin Weigel

Angeklagte im Amtsgericht

Im Prozess um die Prügel-Attacke von Amberg haben die angeklagten jungen Männer aus Afghanistan und dem Iran Geständnisse abgelegt. Die Männer - zur Tatzeit im Alter zwischen 17 und 19 Jahren - gaben zu, am Abend des 29. Dezember 2018 an mehreren Tatorten insgesamt 15 Menschen verletzt zu haben. Weitere Passanten wurden beleidigt. Die Tat erfolgte unter erheblichem Alkoholeinfluss, sagten die Anwälte der Männer im Rahmen der Erklärungen ihrer Mandanten. Auch Drogen seien im Spiel gewesen.

Im Namen ihrer Mandanten sprachen die Anwälte ein Bedauern der Taten und Entschuldigungen an die Opfer aus.

"Mein Mandant bedauert die Taten sehr. Er hatte in der Untersuchungshaft genug Zeit nachzudenken. Er ist zum Schluss gekommen, dass er sich heute hier entschuldigen will und die Taten einräumt." Einer der Anwälte

Ein vierter Angeklagter räumte auch weitere Vorwürfe gegen ihn weitgehend ein. Diese werden ihm in einer zweiten, ebenfalls in das Verfahren miteinbezogenen Anklage vorgeworfen. Durch die Geständnisse können drei der Angeklagten auf eine Bewährungsstrafe hoffen.

BR-Reporter Rudolf Heinz zum Prozessauftakt in Amberg

BR-Reporter Rudolf Heinz zum Prozessauftakt in Amberg

Prozessbeteiligte verständigen sich auf Deal

Die drei Bewährungsstrafen sind Bestandteil einer Verständigung, die das Gericht nach einem Rechtsgespräch mit den Verteidigern vorgeschlagen hatte. Der vierte Täter, gegen den zwei Anklagen vorliegen, muss allerdings mit einer Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren und zwei Monaten rechnen. Derzeit läuft die weitere Beweisaufnahme.

Urteilstermin noch offen

Wann in dem Verfahren vor dem Amberger Jugendschöffengericht nun das Urteil fällt, ist noch offen. Ursprünglich war dies für Ende Juli geplant.

Gewaltexzess sorgt zum Jahreswechsel für Aufsehen

Die angeklagten Asylbewerber sollen wahllos auf Passanten eingeprügelt haben. 15 Menschen wurden dabei verletzt. Der Vorfall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Den Männern wird unter anderem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen nicht davon aus, dass die Tat geplant war. Täter und Opfer kannten sich vorher jeweils nicht, betonten die Ermittler. Ein konkretes Motiv für die Angriffe konnte die Kriminalpolizei nicht herausfinden. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Mischung aus Langeweile, Übermut, Alkohol, Drogen und Gruppendynamik aus. Amberg nutzten die Jugendlichen regelmäßig als Treffpunkt.

Gerichtssprecher Ludwig Stich erläutert, wie es nach den Geständnissen der Amberger Angeklagten weitergeht.

Gerichtssprecher Ludwig Stich erläutert, wie es nach den Geständnissen der Amberger Angeklagten weitergeht.