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Noch keine Entscheidung im Prozess um Operation am falschen Auge | BR24

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Ein Friseur aus Rosenheim ist am falschen Auge operiert worden und kann seinen Beruf nur noch bedingt ausüben. Ein Urteil über die Höhe des Schmerzensgeldes hat das Oberlandesgericht München am Donnerstag auf den Januar vertagt.

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Noch keine Entscheidung im Prozess um Operation am falschen Auge

Ein Friseur aus Rosenheim ist am falschen Auge operiert worden und kann seinen Beruf jetzt nur noch bedingt ausüben. Ein Urteil über die Höhe des Schmerzensgeldes hat das Oberlandesgericht München auf den Januar vertagt.

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Das Oberlandesgericht München verhandelt den Fall eines Mannes, der am falschen Auge operiert wurde und nun nur noch sehr schlecht sieht. Eine Entscheidung solle am 9. Januar 2020 verkündet werden, so das OLG am Donnerstag.

Wie hoch soll das Schmerzensgeld sein?

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie viel Geld der Friseurmeister bekommen soll. Der heute 37 Jahre alte Patient fordert 100 000 Euro Schmerzensgeld. Er streitet mit dem operierenden Arzt außerdem um die Frage, ob der Mediziner auch für in der Zukunft auftretende Schäden zahlen muss. 

Versehentlich falsches Auge vor der OP abgeklebt

2015 sollte der Rosenheimer wegen einer Hornhautverkrümmung am linken Auge operiert werden. Der Anästhesist klebte bei der Vorbereitung versehentlich das falsche Auge ab, was dem Operateur jedoch nicht auffiel, so dass er das gesunde Auge operierte.

Nach der Operation nur noch 10 Prozent Sehkraft

Dessen Sehkraft habe mit Kontaktlinsen vorher bei 90 Prozent gelegen, jetzt seien es ohne Hilfsmittel nur noch 10 Prozent, sagte der Kläger im Gericht. Mit Linsen komme er immerhin auf etwa 50 Prozent.

Beide Parteien haben das erste Urteil angefochten

In der ersten Instanz hatte das Münchner Landgericht dem Mann 70 000 Euro Schmerzensgeld und 21 000 Euro Schadenersatz zugesprochen. Beide, Arzt und Patient, hatten dagegen Berufung eingelegt. Der beklagte Arzt sieht die Schuld beim Anästhesisten, weil der das falsche Auge abgedeckt hatte. Deshalb wird jetzt am OLG verhandelt wird. Einen Vergleich lehnten beide Seiten am Donnerstag ab.