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Prozess um A7-Brückenbau-Unglück: 2. Gutachter deckt Mängel auf | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Im Prozess um das A7-Brückenbau-Unglück bei Schraudenbach hat ein zweiter Gutachter ausgesagt. Demzufolge hat es "riesige Unterschiede" zwischen der Planung und der Ausführung des Traggerüstes gegeben. Dies hätte zu dem Einsturz geführt.

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Prozess um A7-Brückenbau-Unglück: 2. Gutachter deckt Mängel auf

Im Prozess um das A7-Brückenbau-Unglück bei Schraudenbach hat ein zweiter Gutachter ausgesagt. Demzufolge hat es "riesige Unterschiede" zwischen der Planung und der Ausführung des Traggerüstes gegeben. Dies hätte zu dem Einsturz geführt.

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Im Prozess wegen Fahrlässiger Tötung und Fahrlässiger Körperverletzung nach dem A7 Brückenbau-Unglück bei Schraudenbach im Landkreis Schweinfurt im Juni 2016 sagte der zweite Gutachter, ein Professor für Bauingenieurwesen aus Kassel, aus. Der erklärte, dass es "riesige Unterschiede" zwischen der Planung und der Ausführung des Traggerüstes gegeben habe. So hätten bei dem Traggerüst an einer wichtigen Stelle innere diagonale Streben gefehlt. Weiterhin sei das Traggerüst oben nicht entsprechend befestigt gewesen. "Bei korrekter Ausführung gemäß Planung hätte sich der Unfall nicht ereignet", sagte der zweite Gutachter wörtlich.

Aussage des Gutachters entlastet Statiker

Ohne es konkret ausgesprochen zu haben, entlastete der Gutachter damit den angeklagten Statiker und belastete die angeklagten Prüfingenieure, die vor Baubeginn das aufgebaute Traggerüst mit der Ausführungszeichnung hätten vergleichen müssen. Laut dem zweiten Gutachter "hätte man Lösungen finden müssen, um Mängel zu heilen". Wörtlich heißt es in seinem ausgeführten Gutachten "Das Traggerüst versagte infolge nicht wirksamer Halterungen, bei fehlerfreien Ausführungen des Traggerüsts wäre kein Versagen zu erwarten gewesen."

Erste Gutachterin ließ Fragen offen

Am vorausgegangenen Prozesstag war eine siebenstündige Anhörung der ersten Gutachterin, einer emeritierten Professorin für Bauingenieurwesen aus Weimar, ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Die Gutachterin erklärte sehr ausführlich, welche Kräfte wo wie gewirkt haben könnten, sie blieb auch auf Nachfragen der Vorsitzenden Richterin, des Staatsanwalts und des Nebenklagevertreters die Antworten unter anderem auf die Fragen schuldig, ob die angeklagten Ingenieure Fehler bei der Statik oder bei der Einhaltung von technischen Normen gemacht haben.

Juristische Aufarbeitung des Brückeneinsturzes

Am 6. November war der Prozess gegen drei angeklagte Männer gestartet. Den 45-, 47- und 56-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, die Statik eines Traggerüstes nicht ausreichend geprüft zu haben. Am 15. Juni 2016 stürzte bei Betonierungsarbeiten für eine neue Brücke das Traggerüst ein. Laut eines Gutachtens hatte eine Gerüststütze versagt. Dieses Element war für sogenannte Horizontalsteifigkeit nicht ausreichend stark ausgelegt. So wurde dieses Element instabil und die gesamte Traggerüstkonstruktion stürzte ein. Nachdem 1.500 Tonnen Beton auf einem Bauabschnitt eingefüllt, verteilt, verdichtet und geglättet waren, brach das Traggerüst zusammen. 13 Bauarbeiter wurden rund 22 Meter tief mitgerissen. Dabei kam ein 38-jähriger kroatischer Arbeiter ums Leben. Drei Bauarbeiter wurden lebensgefährlich, sechs schwer und drei leicht verletzt. Zwei Arbeiter am Boden wurden leicht verletzt.