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Vergleich im Prozess um teures Schamanen-Ritual | BR24

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Im Prozess um ein 25 000 Euro teures Schamanen-Ritual haben die Parteien am Dienstag vor dem Oberlandesgericht  München einen Vergleich geschlossen. Die selbst ernannte Schamanin muss 7500 Euro aus der Anzahlung der Klägerin zurückzahlen.

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Vergleich im Prozess um teures Schamanen-Ritual

Im Prozess um ein 25 000 Euro teures Schamanen-Ritual haben die Parteien am Dienstag vor dem Oberlandesgericht  München einen Vergleich geschlossen. Die selbst ernannte Schamanin muss 7500 Euro aus der Anzahlung der Klägerin zurückzahlen.

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Die 54 Jahre alte Kundin der Schamanin bekommt 7500 Euro aus ihrer Anzahlung von 12 500 Euro zurück - auf 5000 Euro bleibt sie sitzen. So der Vergleich vor dem Oberlandesgericht München. Das Gericht hatte zuvor klar gemacht, dass der Vertrag wohl sittenwidrig sei.

Vorauskasse bei der Schamanin

Es war schon alles ausgemacht: Das Heilritual für die Chiemgauerin sollte am 2. Juli durchgeführt werden. Kosten: 25.000 Euro, die Hälfte davon hatte die Kundin im Voraus bezahlt. Einen Tag vor dem Termin hat sie aber abgesagt, per WhatsApp-Nachricht. Später widerrief die Kundin den Vertrag auch noch schriftlich und wollte ihre Anzahlung zurück.

Jahrzehntelange Schmerzen

Der Grund dafür, dass die Chiemgauerin die Schamanin aufsuchte, waren jahrzehntelange Schmerzen der Frau, weil sie vier Autounfälle gehabt hatte. Die Schamanin habe dann davon gesprochen, so die Chiemgauerin vor Gericht, dass sie «eine Besetzung» habe. Ein Schamanen-Ritual könne helfen.

Der Vertrag sei wirksam sagte das Landgericht Traunstein

Als sie dann noch einmal mit ihrer Bekannten gesprochen habe, habe sie aber Zweifel bekommen. Außerdem fühlte sie sich von der selbst ernannten Heilerin unter Druck gesetzt und forderte die 12 500 Euro zurück. Die Schamanin wies die Vorwürfe zurück. Den Vertrag habe die Kundin aus freien Stücken geschlossen und er sei auch wirksam. So sah das auch das Landgericht Traunstein und wies die Klage in erster Instanz ab.

OLG München: Vertrag ist sittenwidrig

Dieser Auffassung widersprach am Dienstag das Oberlandesgericht klar. Der Vorsitzende Richter betonte, das Gericht gehe davon aus, dass es sich um einen sittenwidrigen Vertrag handle und empfahl der beklagten Schamanin «dringend», dem Vergleich zuzustimmen. «Alternative wäre, dass Sie die 12 500 Euro zurückzahlen», so der Richter.